Eine aktuelle Studie der City University of Hong Kong zeigt besorgniserregende Verbindungen zwischen Gaming-Mechaniken und problematischem Glücksspiel. Während Loot-Boxen in Videospielen rechtlich noch in einer Grauzone operieren, zeichnet sich ein klarer Trend ab: Spieler, die Geld für randomisierte Belohnungen ausgeben, zeigen erhöhte Anfälligkeit für Casino-Spiele.
Wissenschaftliche Verbindung nachgewiesen
Die Forschung von Lead-Autor Leon Y. Xiao belegt, dass Loot-Box-Käufe die stärkste Verbindung zu problematischem Glücksspiel aufweisen. Fast 2.000 Spieler aus den USA, Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland und Irland wurden befragt. Das Ergebnis: Sowohl digitale als auch physische glücksspielähnliche Produkte zeigen klare Parallelen zu Glücksspiel und sind mit Suchtverhalten verknüpft.
Besonders in Hongkong, wo Online-Casinos illegal sind, bieten internationale Plattformen eine verlockende Alternative. Diese Seiten werben gezielt mit Spielen, die lokale Favoriten wie Mahjong, Baccarat und Sic Bo anbieten, und haben Cantonese-sprachige Dealer und Support. Die Ähnlichkeit zu Gacha-Games und Loot-Boxen ist dabei kein Zufall: Beide Systeme nutzen dieselben psychologischen Trigger.
Regulatorische Grauzone begünstigt Entwicklung
Der Hong Kong Consumer Council forderte bereits Anfang 2024 strengere Regulierungen. Die bestehende Gambling Ordinance sei „nicht vollständig effektiv“ und lasse Schlupflöcher für simulierte Glücksspiele. Besonders problematisch: Minderjährige sind nicht explizit von der Teilnahme ausgeschlossen. Die Behörden kritisieren, dass solche Spiele „Glücksspielverhalten normalisieren“ und die Wahrscheinlichkeit erhöhen, später auf echtes Glücksspiel umzusteigen.
Studien zeigen, dass gerade gamifizierte Online-Casinos und elektronische Gambling-Mechaniken eine stärkere Korrelation zu Loot-Box-Käufen aufweisen als traditionelle Lotterien oder Sportwetten. Eine britische Studie stellte fest, dass Loot-Box-Käufe stärker mit Online-Casino-Spielen korreliert sind als mit anderen Glücksspielformen. Die Forscher argumentieren, dass beide Systeme ähnliche strukturelle Merkmale wie Benutzerfreundlichkeit und schnelle Belohnungszyklen teilen.
Internationale Perspektive nötig
Die Entwicklung zeigt, dass aktuelle Glücksspielgesetze der technologischen Realität hinterherhinken. Während China seit 2017 die Offenlegung von Gewinnwahrscheinlichkeiten fordert, fehlt in vielen Regionen jegliche Regulierung. Die Forscher fordern, dass rechtliche Definitionen von Glücksspiel aktualisiert werden müssen, um wissenschaftlichen Erkenntnissen über potenzielle Schäden Rechnung zu tragen.






