Stephen Chidwick zählt zu den erfolgreichsten Pokerspielern der Welt. Mit 76 Millionen Dollar an dokumentierten Turniergewinnen steht der 37-jährige Brite auf Platz zwei der All-Time Money List. Doch in einem Reddit AMA machte er jetzt ein Geständnis, das aufhorchen lässt: Sein tatsächlicher Nettogewinn liegt bei nur 5 bis 10 Millionen Dollar.
Die Rechnung hinter den Millionen
Chidwick stellte sich in einem Ask Me Anything auf Reddit den Fragen der Community. Die brennendste Frage kam direkt zu Beginn: Wie viel von den 76 Millionen Dollar ist echter Profit? Seine Antwort war ernüchternd und ehrlich zugleich. Von jedem gewonnenen Dollar bleiben ihm etwa 10 Cent als reiner Gewinn. Der Rest? Buy-ins, Staking-Deals und Swaps mit anderen Spielern.
Der zweifache WSOP-Bracelet-Gewinner gab zu, dass er die exakten Zahlen aus seinen frühen Karrierejahren nicht mehr kennt. Aber seine Schätzung basiert auf einer simplen Realität: High-Roller-Turniere kosten enorm viel Geld. Und selbst Top-Profis wie Chidwick teilen ihre finanziellen Risiken. Bei jedem High Roller tauscht er Prozente mit zwei bis drei anderen Spielern. Das minimiert das Risiko, schmälert aber auch den Gewinn.
Warum Hendon Mob täuscht
Die Hendon Mob Database zeigt beeindruckende Zahlen. 76 Millionen Dollar klingen nach unermesslichem Reichtum. Doch diese Summe ist Brutto, nicht Netto. Sie berücksichtigt weder die Buy-ins noch die komplexen Staking- und Swap-Vereinbarungen, die im High-Roller-Poker Standard sind. Chidwick macht damit deutlich: Turniergewinne sind Umsatz, kein Gewinn.
Diese Transparenz ist selten. Viele Spieler lassen die Öffentlichkeit im Glauben, dass die auf Hendon Mob angezeigten Summen direkt auf ihr Konto fließen. Chidwick räumt mit diesem Mythos auf und zeigt, wie hart das Geschäft wirklich ist. Selbst für einen der besten Spieler der Welt bleibt am Ende deutlich weniger übrig als gedacht.
Fokus auf Qualität statt auf schwache Gegner
Im AMA verriet Chidwick auch, nach welchen Kriterien er seine Turniere auswählt. Überraschend: Er sucht nicht gezielt nach Events mit schwachen Spielern. Stattdessen konzentriert er sich auf Buy-in-Höhe und Value. Große Turnierserien, bei denen er möglichst viele Events spielen kann, haben Vorrang. Seine bevorzugten Serien? Triton Poker und die PokerGO-Events im Aria in Las Vegas.
Diese Mentalität erklärt seinen Aufstieg. Chidwick scheut keine Elite-Konkurrenz. Im Gegenteil: Sie motiviert ihn, besser zu werden. Das unterscheidet ihn von vielen anderen Profis, die lieber auf schwächere Felder setzen.






