Neuseeland ist ein relativ kleines Land mit nur wenigen Millionen Einwohnern. Das Thema Glücksspiel und insbesondere Online Glücksspiel ist daher kaum in der politischen Landschaft präsent. Bis jetzt zumindest, denn vor einigen Tagen nahm eben jenes Thema so richtig an Fahrt auf. Hintergrund ist eine Gesetzesinitiative, die erstmalig in der Geschichte des Landes das Online Glücksspiel legalisieren soll. Für das eher konservativ gestimmt Neuseeland ein Novum, das jedoch auch mit einigen Herausforderungen einher kommt. Es muss nämlich nicht nur die gesetzliche Grundlage für dieses Projekt geschaffen werden. Auch die Infrastruktur sowie die Rahmenbedingungen einschl. eigener Lizenzbehörde, Lizenzvergabeverfahren etc. ist bisher nicht existent.
Gesetzentwurf verabschiedet: Online Glücksspiel wird legalisiert
Alles begann mit einem Gesetzentwurf im neuseeländischen Parlament, der von Innenministerin Brooke van Velden auf den Weg gebracht wurde. Passenderweise trägt er den Namen Online Casino Gambling Bill und nachdem dessen Aussichten auf Annahme durch die Parlamentarier in den vergangenen Wochen immer größer wurden, hat sich die Innenministerin für eine Parlamentsvorlage entschieden. Wie das neuseeländische Parlament am 15. Juli 2025 bekannt gab (Link auf Englisch), wurde der Entwurf tatsächlich angenommen. Etwas überraschend dabei ist, dass es mit 83 Ja-Stimmen zu 39 Nein-Stimmen am Ende nicht einmal knapp wurde.
Damit ist der dickste Brocken auf dem Weg zu dem Vorhaben aus dem Weg geräumt worden und es könnte nun schnell gehen. Bereits in einem Jahr soll es so weit sein und die ersten Online Casinos ausgestattet mit einer neuseeländischen Lizenz eröffnen. Im Gesetz wurden die Rahmenbedingungen bereits genauestens festgehalten. So sollen insgesamt 15 neuseeländische Lizenzen vergeben werden. Sie sind zudem für den Zeitraum von drei Jahren gültig und können anschließend verlängert werden.
Aber auch die Spielregeln sowie Rahmenbedingungen wurden bereits vordefiniert. Lizenzinhaber müssen beispielsweise eine Güter- und Dienstleistungssteuer in Höhe von 12 % entrichten. Dazu kommt die auch bei vielen anderen Lizenzierungsstellen übliche Glücksspielpräventionsabgabe in Höhe von 1,24 % der Gewinne. Zwar wird Online Glücksspielwerbung per Gesetz nicht gänzlich verboten werden, Einschränkungen wird es allerdings allemal geben. Außerdem muss das Alter der Spieler von den Lizenznehmern zweifelsfrei verifiziert werden.
Spielregeln für die Anbieter sind klar und erste potenzieller Online Spielbankenbetreiber zeigen bereits Interesse
Die 15 Online Glücksspiellizenzen werden zudem nicht nach dem Verfahren vergeben, wer zuerst kommt, malt zuerst. Vielmehr wird eine Versteigerung stattfinden, in der interessierte Anbieter ihre Gebote abgeben können. Die Ankündigung scheint bereits den gewünschten Effekt zu haben, denn die ersten seriösen Branchengrößen haben bereits angebissen und ihr Interesse hinterlegt. Dazu gehören unter anderem SkyCity, 888, Bet365, die Super Group (Eigentümer von Betway) und der bisherige Inhaber des Online Sportwettenmonopols in Neuseeland TAB NZ. Letztgenannter muss seine Hoffnungen jedoch bereits begraben, denn er wird von dem Vergabeverfahren ausgeschlossen werden.
Für die Versteigerung der 15 Lizenzen sind ebenfalls bereits die Zeiträume festgelegt worden und sie ist für den Februar 2026 angesetzt. Vermutlich wird es zu einer Versteigerung in mehreren Runden kommen. Vorher muss das Gesetz jedoch noch zwei weitere Runden im Parlament passieren. Es wird damit gerechnet, dass es sich hierbei lediglich um eine Formalität handelt. Van Velden geht davon aus, dass das Passieren dieser beiden Runden bis zum 17. November 2025 abgeschlossen ist und bis zum Jahresende das Gesetz offiziell erlassen werden kann.






