Rumänien hat zum Jahresbeginn 2025 seinen Glücksspielmarkt neu strukturiert und klare Vorgaben für legale Casinospiele eingeführt. Die Aufsicht liegt weiterhin beim National Gambling Office (ONJN), das mit einer Reihe von Gesetzesänderungen sowohl Online-Anbieter als auch stationäre Spielhallen stärker reguliert. Ziel ist eine geregelte Marktöffnung bei gleichzeitig striktem Spielerschutz. Besonders auffällig: Der Katalog erlaubter Spiele wurde erweitert und verbindliche Lizenz- und Steueranforderungen verschärft.
Diese Spiele sind jetzt erlaubt
Die Liste legaler Casinospiele wurde präzisiert und umfasst nun Slots, Roulette, Blackjack, Baccarat, Videopoker sowie verschiedene Poker-Varianten. Auch Bingo, Keno, Rubbellose und Nischenspiele wie Caribbean Stud oder Casino War sind explizit lizenziert. Damit ist Rumänien einer der Märkte in Europa, die ein breites Angebot zulassen, sofern die Betreiber über eine gültige Lizenz verfügen. Lotteriespiele bleiben hingegen staatlich kontrolliert und exklusiv bei der Loteria Română.
Lizenzpflicht und höhere Abgaben
Wer legal Casinospiele anbieten möchte, benötigt eine Class‑1‑Lizenz für B2C-Angebote oder eine Class‑2‑Lizenz für technische Dienstleistungen und Zahlungsabwicklung. Die Kosten dafür sind deutlich gestiegen: Betreiber zahlen eine jährliche Gebühr von 300.000 €, zusätzlich wird ein Garantiefonds von bis zu 5 Mio. € fällig. Hinzu kommen Steuern von mindestens 21 % des Bruttospielertrags. Stationäre Spielhallen werden mit Sätzen von 23 bis 27 % belastet.
Diese Änderungen setzen die Branche unter Druck, sorgen aber für einen klaren Rahmen. Viele Anbieter mussten sich bereits anpassen oder ihre Geschäftstätigkeit neu strukturieren, um die Anforderungen zu erfüllen.
Strenge Regeln für Werbung und Standorte
Neben der Lizenzpflicht gelten neue Einschränkungen für Werbung und Standortwahl. Spielautomaten dürfen nur noch in Städten mit mehr als 15.000 Einwohnern betrieben werden. Prominente dürfen nicht mehr für Glücksspiel werben, und unlizenzierte Anbieter werden konsequent blockiert. Internetprovider und Zahlungsdienste sind verpflichtet, Zugriffe auf illegale Plattformen zu sperren.
Auch Affiliates stehen im Fokus: Werbung für nicht lizenzierte Angebote wird streng verfolgt und kann hohe Geldstrafen nach sich ziehen. Damit soll der Markt gezielt von grauen und schwarzen Angeboten bereinigt werden.
Fokus auf Spielerschutz
Parallel zu den wirtschaftlichen Auflagen verstärkt Rumänien den Spielerschutz. Einsatzlimits, verpflichtende Selbstsperren und Beratungsangebote für gefährdete Spieler sind inzwischen gesetzlich vorgeschrieben. Moderne Überwachungssysteme sollen auffälliges Spielverhalten frühzeitig erkennen. Damit folgt Rumänien einem Trend, den auch andere EU-Staaten setzen: Mehr Regulierung, um legale Märkte zu stärken und Spieler von unkontrollierten Angeboten fernzuhalten.
Bedeutung für internationale Anbieter
Für internationale Glücksspiel- und Pokerplattformen macht die Reform Rumänien zu einem attraktiven, aber anspruchsvollen Markt. Anbieter müssen investieren, um die technischen und regulatorischen Anforderungen zu erfüllen, profitieren aber von klaren Rahmenbedingungen und einem wachsenden Spielerinteresse.
Die Reform zeigt, wie Länder den Spagat zwischen Marktöffnung und Kontrolle angehen. Für Spieler bedeutet sie vor allem mehr Sicherheit und ein lizenziertes, vielfältiges Spielangebot – ohne den Umweg über unklare oder riskante Seiten.






