Seit der Amtsübernahme des neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat dieser mit seinem harten Kurs gegenüber Einwanderern, Besuchern und sogar Investoren für einen riesigen Imageschaden der Vereinigten Staaten gesorgt. In Europa machen etwa Berichte von wahllos inhaftierten britischen, deutschen oder irischen Touristen die Runde und schrecken neue Besucher ab. So nahm allein die Anzahl deutscher Touristen im März 2025 um 28 % verglichen mit 2024 ab. Nun sind deutsche Touristen für die USA besonders wichtig, denn nach China und Kanada sind sie die drittgrößte Besuchergruppe. Mit seinen Zöllen hat der amerikanische Präsident jedoch just auch den Groll dieser beiden Länder auf sich gezogen und die Auswirkungen dieser Politik kann man derzeit in Las Vegas beobachten. Hier bricht nun allmählich ein ganzer, auf Tourismus aufgebauter Wirtschaftszweig weg und dies bekommt niemand derart zu spüren wie die Angestellten.
Tourismus sowie Glücksspielbehörde mit immer alarmierenderen Zahlen
Im Juli veröffentlichte die Las Vegas Convention and Visitors‘ Authority neue Zahlen des Schreckens. So fanden sich im Juni lediglich nur noch rund 3 Millionen Touristen in Las Vegas ein. Dies entspricht einem Rückgang von satten 11,3 % verglichen mit Juni 2024. Allein am Las Vegas Strip führte dies zu einem Rückgang der Bettenbelegung der Hotels um 8,4 %. Dies führte wiederum zu einer Reduzierung des Umsatzes pro Zimmer um 13 %. In Las Vegas geht es also seit dem Januar jeden Monat weiter bergab und ein Ende ist bislang nicht in Sicht. Auch der Flughafen von Las Vegas bestätigt einen immer besorgniserregenderen Trend. Die beiden größten Besuchergruppen des Harry Reid International Airport kommen aus Kanada und Mexiko. Air Canada meldete einen Rückgang der Flugbuchungen von ganzen 33 % im Vergleich zu 2024 und Aeromexico legte mit einem Minus von 22 % direkt nach.
Unter den in Las Vegas in der Tourismusbranche Beschäftigten herrscht mittlerweile blanke Panik
Vor wenigen Tagen hat sich die New York Post bei den Beschäftigten umgehört (Link auf Englisch) und diese befinden sich in Panikstimmung. Die stark auf Trinkgelder angewiesenen Beschäftigten melden etwa einen Einkommenseinbruch von bis zu 50 % aufgrund der ausbleibenden Besucher. Die New York Post ließ etwa Charlie Mungo, einen Tätowierer zu Wort kommen. Er begrüßte zwar die von der Trump Regierung abgeschafften Steuern auf Trinkgelder, dies bringe jedoch nichts, „wenn keine Menschen in der Stadt sind, die Trinkgelder geben könnten.“ Er sagte außerdem, dass Kanadier rund 30 % seiner Kunden ausmachen würden und diese praktisch komplett aus Las Vegas verschwunden wären. Deshalb würde er seit Monaten lediglich noch rund 1.500 Dollar pro Monat mit nach Hause bringen.
Wörtlich sagte Mungo: „Wir alle hier sind mittlerweile in reine Panik verfallen.“ Ähnliches berichtete auch Jacob Soto, ein 22-jähriger Manager von Pinkbox Doughnuts. Er stellte einen Rückgang seiner mit Kreditkarten vergebenen Trinkgelder von früher 175 bis 200 Dollar pro Woche auf jetzt nur noch 100 bis 150 Dollar pro Woche fest. Da er lediglich 15 Dollar pro Stunde als Festlohn erhalte, „sind Trinkgelder für ihn überlebenswichtig“, um seine Lebenshaltungskosten decken zu können. Rory Kuykendall arbeitet in der Lobby des Famingo Hotels und bestätigte, dass Trinkgelder bis zu 70 % seines Einkommens ausmachen würden und diese heute eine einzige Enttäuschung darstellen würden.






