Wiesbadener Spielbank und Gastronomie in Gefahr

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Das Wiesbadener Kurhaus ist mehr als nur eine Sehenswürdigkeit der hessischen Landeshauptstadt. Hier sprach bereits der deutsche Kaiser Wilhelm II. in seiner feierlichen Eröffnungsrede vom „schönsten Kurhaus der Welt“. Im Kurhaus gehen jedoch schon lange nicht mehr nur Adlige ein und aus, denn im dort ist heute eine der hessischen Spielbanken untergebracht. Mit dem Spielspaß und der Geselligkeit könnte es jedoch schon bald zu Ende sein, denn mittlerweile hat sich die Spielbank zu einem echten Sorgenkind für das Land Hessen sowie die Stadt Wiesbaden entwickelt. Der Grund liegt zum einen in äußerst aufwendig anstehenden Renovierungsarbeiten und zum anderen im auslaufenden Pachtvertrag der Gastronomie. 

Der gastronomische Teil der Spielbank bereitet am meisten Kopfzerbrechen 

Die Zeit drängt, denn am 31.12.2025 läuft der Pachtvertrag der Gastronomie des Casinos aus. Momentan hat den noch laufenden Pachtvertrag die Kurhaus Wiesbaden Gastronomie GmbH & Co. KG in der Hand. Hinter dem Unternehmen steht Valeska Benner und ihr Pachtvertrag wurde bereits im September 2024 von dem Wiesbadener kommunalen Tochterunternehmen Triwicon neu ausgeschrieben. Das Problem hierbei: Es ging kein einziges zuschlagsfähiges Angebot zur Übernahme des Pachtvertrages ein. Dies führte dazu, dass die Triwicon das Verfahren zur Vergabe des Pachtvertrages im Juni abbrechen musste. Jetzt muss es also mit der Suche schnell gehen, denn die Stadt Wiesbaden gab bekannt, dass „die derzeitige Pächterin die Betriebsaufgabe zum 31. Dezember 2025 einleiten wird.“

Vor rund zwei Monaten hat die Triwicon daher bereits ein neues Vergabeverfahren in Gang gesetzt. Der Knackpunkt ist, dass sich die momentane Pächterin noch nicht einmal selbst daran beteiligt hat. Es drängt sich deshalb geradezu die Frage auf: Kam es etwa zu Differenzen zwischen dem Casinobetreiber und dem Pächter der Gastronomie? Für die Angestellten kam es hingegen aufgrund der Unsicherheiten bereits zu äußerst negativen Konsequenzen. Einigen wurde nämlich bereits gekündigt und diese Kündigungen hat Benner auf einer Betriebsversammlung Ende Juli bekannt gegeben. Das Wiesbadener Rathaus spielt das sich anbahnende und immer größer werdende Chaos hingegen herunter. So heißt es von dort aus: Jeder an dem Vergabeverfahren Beteiligter wäre “weiterhin bemüht, einen ordnungsgemäßen Betriebs- und Personalübergang sicherzustellen.“ 

Auch die Spielbankenkonzession läuft zum Jahresende aus 

Für die Spielbank Wiesbaden könnte jedoch alles noch viel schlimmer kommen. Nicht nur die Gäste könnten ab dem 01. Januar 2026 nicht mehr bewirtet werden. Nein, auch der Spielbetrieb im Casino ist in Gefahr. Zum Jahresende läuft nämlich die Spielbankenkonzession aus. Momentan hält die Lizenz eine Beteiligungsgesellschaft, in die der deutsche Ableger des österreichischen Glücksspielriesen Novomatic erst kürzlich einstieg. Ein Einstieg so kurz vor dem Konzessionsablauf kann durchaus als Fingerzeig gewertet werden.

Zuletzt wurden die Spekulationen von Neuem angeheizt, dass Novomatic die Konzession allein übernehmen möchte. Dafür gibt es zahlreiche Gründe so gehört die Spielbank Wiesbaden mit ihrem jährlich erwirtschafteten Bruttospielertrag zu den fünf größten Casinos Deutschlands. Aber auch für die Stadt Wiesbaden sowie das Land Hessen steht genau aus diesem Grund viel auf dem Spiel. Beide Parteien verdienen an der Spielbank nämlich einen jährlichen Millionenbetrag. Jährlich gehen rund 300 000 Gäste in der Wiesbadener Spielbank ein und aus und dadurch erhält allein die Stadt Wiesbaden dank der Spielbank einen Betrag von rund sieben Millionen Euro. 

 

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