Lootboxen: Neue Bundesratsinitiative aus MV gestartet

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Lootboxen sind heute zu einem festen Bestandteil des Gamings geworden. In beliebten Spielen wie EA Sports FC, Call of Duty, Fortnite, Clash of Clans uvm. gehören sie praktisch zur Grundausstattung. Zur Wahrheit gehört jedoch auch, dass Lootboxen schon seit Jahren kontrovers diskutiert werden. Niemand weiß so richtig, wo man sie einordnen soll. Für einige Experten sowie Politiker sind sie Glücksspiel in Reinform, da die Spieler nicht wissen, was sie für den Kauf erhalten. Ihnen werden lediglich die Chancen erläutert, gewisse Gegenstände zu ziehen. Andere sehen in Lootboxen wiederum lediglich eine unbedenkliche sowie zusätzlich Spannung bringende Form der Gamingunterhaltung. Unbestritten ist dabei, dass sie den Entwicklerstudios satte Gewinne einbringen. In Deutschland nimmt die Thematik nun erneut an Fahrt auf.

Mecklenburg-Vorpommern bringt neue Bundesratsinitiative auf den Weg

Das Land Mecklenburg-Vorpommern möchte, dass sich der Bundesrat erneut mit der Frage beschäftigt, ob Lootboxen eine Form des Glücksspiels darstellen. Für die Sozialministerin des Landes, Stefanie Drese (SPD), ist dies ohne Wenn und Aber eindeutig der Fall. Sie möchte deshalb Minderjährige von den Gefahren dieser Form des „Glücksspiels“ umfangreicher schützen, als es bisher der Fall ist. Für sie ist außerdem die Gefahr real, in eine Kostenfalle zu tappen. Konkret wirft sie den Spiele-Herstellern vor, sie würden auf dem Zufall basierende Inhalte kostenpflichtig vertreiben und dabei gleichzeitig schnellere Spielentwicklungen versprechen. Ob der Käufer diese Gegenstände jedoch tatsächlich erhält, ist zwar möglich, jedoch nicht garantiert.

Da das Glücksspielrecht jedoch Ländersache ist, muss eine Gesetzesänderung zunächst vom Bundesrat beschlossen werden. Genau dies möchte Drese erreichen, weshalb sie am 2. September 2025 einen entsprechenden Gesetzentwurf im Landeskabinett Mecklenburg-Vorpommerns eingebracht hat, der vom Parlament angenommen wurde. Damit ist der Weg für einen Antrag beim Bundesrat frei und dieser soll bereits bei seinem nächsten planmäßigen Zusammenkommen am 26. September 2025 darüber abstimmen. Neben der Einstufung von Lootboxen als Glücksspiel sollen noch weitere verpflichtende Maßnahmen beschlossen werden. Dazu gehören etwa verpflichtende Hinweise auf die Risiken von Glücksspiel sowie exakte Angaben über die Chancen, bestimmte Artikel, Ausrüstungsgegenstände etc. zu erhalten.

Ähnliche Regelungen bereits in mehreren europäischen Ländern in Kraft

Die ersten beiden europäischen Länder stuften Lootboxen als Glücksspiel bereits im Jahre 2018 ein. Beide Länder gingen jedoch noch einen Schritt weiter und haben den Verkauf von Lootboxen direkt verboten. Während das damals in Belgien beschlossene Gesetz nach wie vor Bestand hat, hat das oberste niederländische Verwaltungsgericht das Verbot wieder kassiert. In Spanien hat die Regierung im Jahre 2022 ebenfalls ein Gesetz auf den Weg gebracht, indem das Anbieten sowie der Verkauf von Lootboxen an Minderjährige verboten wird. 

Ähnlich aufsehenerregend wie damals in den Niederlanden und Belgien ist die Entwicklung im Nachbarland Österreich. Hier zog die österreichische Bundesregierung gegen den Spiele-Hersteller EA Sports sowie den Betreiber des Online Stores Sony vor Gericht. Zunächst beschäftigte sich das Bezirksgericht Hermagor mit dem Fall und gab der Einstufung von Lootboxen als Glücksspiel recht. EA Sports und Sony gingen daraufhin vor dem Landgericht Wien in Berufung und auch dort folgten die Richter der Argumentation der Regierung. Somit sind in Österreich Lootboxen nach österreichischem Recht illegales Glücksspiel und die Anbieter bzw. Betreiber müssen Kaufpreise erstatten und Lootboxangebote entfernen.

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