Damit hätte wohl kaum einer gerechnet. MGM Resorts hat tatsächlich seine Bewerbung für eine der begehrten Casino Lizenzen im Großraum New York zurückgezogen. Ursprünglich wollte der Big Player aus Las Vegas sein Empire City Casino in Yonkers für satte 2,3 Milliarden Dollar zu einem exklusiven Casino-Resort ausbauen. Und dann am 14. Oktober kommt der Rückzieher – wieso das?
Verkürzte Lizenzlaufzeit kippt die Rechnung
MGM zieht sich zurück, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich verändert haben. Der entscheidende Punkt: Die Casino-Lizenz soll gemäß den neuen staatlichen Vorgaben nun nur noch 15 Jahre statt der ursprünglich angenommenen 30 Jahre laufen. „Diese Entwicklung verändert grundlegend, was wir von unseren Renditen erwarten“, erklärt das Unternehmen. Die verschärfte Konkurrenzsituation trug ebenfalls dazu bei, dass vier Bewerber auf kleinem Raum um drei Lizenzen kämpften.
MGM betreibt das Empire City Casino seit 2019, nachdem man die traditionsreiche Pferderennbahn für 850 Millionen Dollar erworben hat. Momentan läuft die Anlage als Racino mit Video-Lotterien und elektronischen Tischspielen. Das geplante Projekt hätte Live-Dealer-Tische, einen BetMGM-Sportsbook, eine Arena mit 5.000 Plätzen und mehrere neue Restaurants umfasst.
Yonkers fordert Untersuchung
Die lokale Politik reagiert empört. Yonkers Bürgermeister Mike Spano spricht von einem „Verrat an der Stadt und dem Westchester County“ und fordert eine unabhängige Untersuchung. Besonders brisant: Spano deutet an, dass der Rückzug mit Donald Trump in Verbindung stehen könnte. Sollte nämlich der verbleibende Konkurrent Bally’s in der Bronx eine Lizenz erhalten, würde Trumps Organisation 115 Millionen Dollar kassieren – Teil eines Kaufvertrags für den ehemaligen Trump-Golfplatz, auf dem Bally’s bauen will.
„Die Gründe für diesen 180-Grad-Schwenk ergeben einfach keinen Sinn“, so Spano. Das Empire City Casino beschäftigt über 1.000 Mitarbeiter und hat seit 2019 mehr als 1,6 Milliarden Dollar für das Bildungssystem des Staates New York erwirtschaftet. Die New York State Gaming Commission bestätigte den Eingang der Rückzugserklärung am Dienstagnachmittag.
Drei Bewerber für drei Lizenzen
Mit MGMs Ausstieg bleiben nur noch drei Kandidaten im Rennen – genau so viele, wie Lizenzen vergeben werden sollen. Als klarer Favorit gilt Resorts World New York City in Queens, das bereits als Racino am Aqueduct Racetrack operiert. Der malaysische Genting-Konzern plant hier eine 5,5-Milliarden-Dollar-Erweiterung zum vollwertigen Casino-Resort.
Der zweite verbliebene Bewerber ist Metropolitan Park, ein 8-Milliarden-Dollar-Projekt von Mets-Eigentümer Steve Cohen und Hard Rock International in der Nähe des Citi Field Stadions. Als dritter Kandidat bleibt Bally’s mit seinem 4-Milliarden-Projekt in der Bronx im Spiel – trotz lokaler Vorbehalte.
Die finale Entscheidung soll bis zum 1. Dezember fallen. Jede Lizenz kostet 500 Millionen Dollar plus mindestens weitere 500 Millionen an Investitionen. MGM ist bereits der dritte große Player, der aussteigt – zuvor hatten sich Las Vegas Sands und Wynn Resorts zurückgezogen. Ob die verbliebenen Bewerber angesichts der verkürzten Lizenzlaufzeit kalte Füße bekommen, bleibt abzuwarten.






