Ein kalifornisches Gericht hat den indigenen Stämmen eine juristische Abfuhr erteilt. Richterin Lauri Damrell wies deren Klage gegen die Card Rooms des Bundesstaates ab – mit weitreichenden Folgen für die Poker-Landschaft.
Die Stämme hatten argumentiert, dass Spielstätten wie das Commerce Casino, Bicycle Casino oder Bay 101 mit Spielen wie Blackjack und Pai Gow Poker gegen ihre exklusiven Glücksspielrechte verstoßen. Richterin Damrell entschied jedoch, dass Bundesrecht über dem kalifornischen Gesetz SB 549 stehe, das den Stämmen überhaupt erst die Klagemöglichkeit eröffnet hatte.
Poker-Hochburgen im Visier
Für die kalifornische Poker-Community könnte der Fall existenzielle Bedeutung haben. Die größten Pokerräume des Bundesstaates sind ausnahmslos Card Rooms, nicht Casinos im klassischen Sinn. Das Commerce Casino, Bicycle Casino und Hawaiian Gardens haben alle schon große Turnierserien wie die World Poker Tour oder WSOP Circuit ausgerichtet.
Sollte das oberste Gericht bei einer Berufung doch noch zugunsten der Stämme entscheiden, droht vielen dieser Locations die Schließung. Das würde nicht nur Blackjack-Tische betreffen, sondern die komplette wirtschaftliche Grundlage dieser Betriebe erschüttern – und damit auch ihre Poker-Angebote.
Steuereinnahmen vs. Stammesrechte
Der Konflikt geht weit über die Pokertische hinaus. In San José finanzieren sich etwa 150 Polizeistellen und über 130 Feuerwehrkräfte aus Steuereinnahmen der Glücksspielstätten. Kleinere Städte wie Hawaiian Gardens oder Commerce sind noch abhängiger – hier stammen bis zu zwei Drittel der Haushaltseinnahmen von den lokalen Card Rooms.
Ein Politischer Machtkampf
Der Lobbykampf um das Gesetz SB 549 gehörte zu den teuersten politischen Kämpfen der letzten Legislaturperiode. Mindestens 4,3 Millionen Dollar haben die Parteien an Abgeordnete gespendet. Nach der Verabschiedung nahmen die Card Rooms eine offensive Haltung ein und investierten über 3 Millionen Dollar, um gegen vier Schlüsselpolitiker bei den Wahlen zu kämpfen – und hatten Erfolg bei drei von ihnen.
Der Vorsitzende der California Nations Indian Gaming Association James Siva will das ganze allerdings nicht auf sich sitzen lassen. Die Card Room-Industrie feiert hingegen natürlich. Wie es weitergeht, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist, dass es nicht nur um Card Rooms und Glücksspieleinnahmen geht, sondern auch nach wie vor bestehende Spannungen zwischen indigenen Stämmen und der Regierung.






