Italien geht gegen illegale Wettbüros vor

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Die italienische Polizei bekämpft das illegale Glücksspiel. In zehn Provinzen durchsuchten mehr als 160 Beamte (Link auf italienisch) im Rahmen einer landesweiten Razzia 35 Wettbüros und kontrollierten über 300 Personen. Die Operation beweist: Der Schwarzmarkt ist nach wie vor eine ernsthafte Bedrohung für die Branche.

Die Aktion wurde in namhaften Städten wie Rom, Mailand, Neapel, Palermo und Venedig durchgeführt. Zusätzlich zur Staatspolizei war auch die Zoll- und Monopolbehörde im Einsatz. Das Ergebnis: 88 nicht genehmigte Spielautomaten beschlagnahmt, 21 manipulierte Totem-Geräte sichergestellt und 173 Verwaltungsstrafen verhängt. Es wurden Strafanzeigen gegen 42 Personen gestellt.

Mafia verwendet Glücksspiel für Geldwäsche

Die Ermittler betrachten die illegalen Strukturen als einen gefährlichen Kanal für Geldwäsche. Organisierte Kriminalität, einschließlich Mafia-Gruppen, missbraucht das System gezielt, um illegale Gewinne in den legalen Wirtschaftskreislauf zu bringen. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Monopolbehörde hat sich in den letzten Jahren intensiviert – und es zeigt sich, dass dies erfolgreich war.

Italien hatte bereits im Februar mit einer spektakulären Aktion auf sich aufmerksam gemacht. In Palermo haben 1.200 Beamte über 180 mutmaßliche Cosa-Nostra-Mitglieder festgenommen. Aufgrund der Vorwürfe: illegales Online-Glücksspiel, Drogenhandel, Erpressung und Waffenbesitz. Als härtester Schlag gegen die sizilianische Mafia seit vier Jahrzehnten wird die Razzia angesehen.

Schwarzmarkt im Milliardenbereich

Die Ausmaße sind erheblich. Die European Gaming and Betting Association berichtet, dass italienische Spieler jährlich rund 25 Milliarden Euro auf dem Schwarzmarkt wetten. Mehr als 75 Prozent davon erfolgen über nicht lizenzierte Online-Plattformen. Nach den Schätzungen der EGBA entgeht dem Staat durch illegales Online-Glücksspiel mindestens eine Milliarde Euro an Steuereinnahmen.

Italien wird als Zockerland angesehen. Im Jahr 2022 erzielten die etwa 60 Millionen Einwohner einen Umsatz von 136 Milliarden Euro mit legalen Glücksspielen, was dreimal so viel ist wie der Umsatz des deutlich größeren Deutschland. Die Monopolbehörde erzielte Einnahmen in Höhe von 11,2 Milliarden durch Steuern. Der Staat verliert nicht nur Einnahmen durch den Schwarzmarkt; er gefährdet auch Spieler, weil es keine Schutzmaßnahmen gibt.

Behörden erhöhen die Netzsperren

Die italienischen Behörden setzen immer mehr auf technische Maßnahmen. Im Jahr 2023 hat die Zoll- und Monopolkommission bereits über 9.800 nicht lizenzierte Webseiten blockiert. Aber die Betreiber reagieren schnell und ziehen auf neue Domains um. Ein fortlaufendes Katz-und-Maus-Spiel.

Die letzte Operation zeigt, wie effektiv die Zusammenarbeit zwischen der italienischen Staatspolizei und der Zoll- und Monopolbehörde ist; diese haben ihre gemeinsamen Bemühungen zur Bekämpfung fortgeschrittener Formen der Illegalität im Glücksspielsektor in den vergangenen Jahren verstärkt. Spezielle Einheiten der Fliegenden Brigaden und der Anti-Mafia-Sektionen wurden eingesetzt, unterstützt von Fachleuten der Behörde für Spielanalysen.

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