Thailands neuer Premierminister Anutin Charnvirakul hat Casino-Pläne endgültig begraben – doch diese Entscheidung könnte das Land teuer zu stehen kommen. Ende Oktober versicherte er Chinas Präsident Xi Jinping beim APEC-Gipfel in Südkorea, dass Thailand keine Glücksspielresorts mehr anstreben werde. Xi zeigte sich erleichtert und versprach im Gegenzug, chinesische Touristen zu ermutigen, „mit Vertrauen“ nach Thailand zu reisen.
Die Zahlen sprechen eine andere Sprache. In den ersten fünf Monaten 2025 sind die Ankünfte chinesischer Touristen um 32,7 Prozent eingebrochen – von 2,9 Millionen auf nur noch 1,95 Millionen Besucher. Vor der Pandemie stellten Chinesen fast 30 Prozent aller Thailand-Touristen. Jetzt macht das Land gerade einmal 68 Prozent der Zahlen von 2019 aus.
Politisches Poker mit hohem Einsatz
Anutin, der im September nach dem Sturz von Paetongtarn Shinawatra an die Macht kam, hatte von Anfang an gegen Casino-Pläne gewettert. Shinawatras „Entertainment Complex Bill“ sah bis zu fünf integrierte Resorts vor – zwei in Bangkok, je eines in Chon Buri, Chiang Mai und Phuket. Das Finanzministerium versprach 15.300 neue Jobs und jährliche Staatseinnahmen zwischen 354 Millionen und 1,1 Milliarden Dollar.
Doch Xi Jinping intervenierte bereits im Februar persönlich. Als Paetongtarn in Peking vorsprach, warnte der chinesische Präsident, Casinos würden das Kriminalitätsrisiko erhöhen. Anutin behauptet, Xi habe gedroht, „Maßnahmen zu ergreifen, um chinesische Reisen, Handel und Investitionen mit Thailand erheblich zu reduzieren“, falls das Gesetz durchkomme. Im Juli zog das Parlament die Vorlage zurück.
Mehr als nur Sicherheitsbedenken
Thailand kämpft allerdings auch mit hausgemachten Problemen. Die Entführung des chinesischen Schauspielers Wang Xing im Januar 2025 sorgte für Schlagzeilen – er wurde unter dem Vorwand eines Film-Castings nach Thailand gelockt und nach Myanmar verschleppt, wo er in einem Betrugsring landen sollte. Der Fall erinnerte fatal an den chinesischen Film „No More Bets“ aus 2023.
Hinzu kommen ein starker Baht, steigende Preise und weit verbreitete Betrugsfälle, die chinesische Touristen abschrecken. Die Tourism Authority of Thailand musste ihre Jahresprognose von 37 Millionen auf 33 Millionen ausländische Besucher senken – weit entfernt von den 40 Millionen aus 2019.






