Ein israelischer Krimineller mit langer Verbrecherakte soll versucht haben, den Veranstalter illegaler High-Stakes-Poker-Games in Los Angeles mit Gewalt zu erpressen. Assaf Waknine, auch bekannt als „Ace“, wurde Ende Oktober von US-Bundesbehörden angeklagt – allerdings sitzt der 52-Jährige nicht in Haft. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich in Mexiko aufhält.
Bedrohungen über WhatsApp
Die Bundesanklageschrift könnte man mit einem Drehbuch aus einem Mafia-Film vergleichen. Im Januar 2024 soll Waknine dem Poker-Veranstalter, der in den Unterlagen als „Victim-1“ geführt wird, über WhatsApp Nachrichten geschickt haben: „Du legst noch einmal bei mir auf, dann wirst du verdammt nochmal verstehen.“ Waknine wurde konkret, als der Veranstalter nicht zahlte: „Ich denke, du willst nicht enden wie dein anderer Poker-Kumpel.“
Dabei handelte es sich um Emil Lahaziel, einen 39-jährigen Israeli, der im Juni 2023 direkt nach einem Poker-Spiel vor einer Villa in den Hollywood Hills erschossen wurde. In seiner eidesstattlichen Erklärung erläutert Special Agent Matthew Hernandez, dass Waknine 5.000 Dollar pro Spiel als „Schutzgeld“ verlangte. Der Veranstalter zahlte nicht und stellte kurz darauf seine Games ein.
Beziehungen zur Mexican Mafia
Laut dem FBI haben Waknine und sein Bruder Hai, der mehrfach vorbestraft ist, Verbindungen zur Mexican Mafia und zu den Crips aufgebaut. Die Brüder setzten diese Gangmitglieder offenbar als Vollstrecker für ihre Erpressungsversuche ein. Die von Waknine kontrollierten illegalen Poker-Spiele fanden in Luxusvillen in Beverly Hills, Encino und den Hollywood Hills statt und hatten Buy-ins von 20.000 Dollar bis hin zu mehreren Millionen.
Die Spiele waren mit viel Aufwand organisiert: Cocktail-Kellnerinnen, Köche, Barkeeper, Valets und private Sicherheitskräfte schufen eine „Party-Atmosphäre“. Laut den Ermittlungen verdiente der Veranstalter sein Geld, indem er 50 Prozent der Trinkgelder des Personals einbehielt – es waren über 100.000 Dollar pro Nacht möglich.
Gewalt im Poker-Milieu nimmt zu
Die Anklage gegen Waknine ist lediglich der Anfang von allem. Die Gewalttaten, die im Mai 2023 begannen, umfassten das Anzünden eines Hauses in Beverly Hills, das Brandsetzen eines Bentley SUV vor einem anderen Game-Ort sowie Schüsse auf eine Villa. Zwei Wochen später wurde Lahaziel ermordet; er hatte kurz zuvor „entzündliche und bedrohliche Nachrichten“ an die Waknine-Brüder gesendet.
Die Untersuchungen führten ebenfalls zu Ex-NBA-Star Gilbert Arenas, der im Juli 2025 festgenommen wurde. Seine Villa in Encino soll er für illegale Poker-Spiele vermietet haben, die von Yevgeni Gershman, einem mutmaßlichen Mitglied der israelischen organisierten Kriminalität, betrieben werden. Laut dem US-Justizministerium hat sich ein Netzwerk illegaler Games während der COVID-Pandemie erheblich entwickelt.
„König von Cancun“ drohen fünf Jahre Haft
Waknine wurde bereits 2011 aus den USA nach Israel deportiert, nachdem er wegen Körperverletzung mit Waffe, Fälschung und weiteren Delikten verurteilt worden war. In israelischen Interviews prahlte er damit, Amerikaner um Millionen betrogen zu haben, und nannte sich selbst den „König von Cancun“. Falls er verurteilt wird, drohen ihm bis zu fünf Jahre Bundesgefängnis – vorausgesetzt, die USA bekommen ihn aus Mexiko ausgeliefert.
Die illegalen Poker-Games in Los Angeles ziehen weiterhin Prominente, Geschäftsleute und Profis an. Doch wie die jüngsten Fälle zeigen: Wo viel Geld fließt, sind kriminelle Strukturen oft nicht weit.






