Spezialeinheiten der Polizei haben am Freitagabend fünf Männer festgenommen, die für eine Serie brutaler Raubüberfälle auf Casino-Besucher verantwortlich sein sollen. Der Zugriff erfolgte in Hagen – kurz bevor die Gruppe erneut zuschlagen wollte.
Luxusuhren im Visier der Täter
Seit dem Spätsommer ereigneten sich mehrere schwere Raubüberfälle in Dortmund, Wenden und Essen. Die Tätergruppe hatte es gezielt auf Besucher von Spielbanken abgesehen, die offensichtlich hochwertige Armbanduhren getragen hatten. Das Vorgehen war dabei immer ähnlich: Nach derzeitigem Ermittlungsstand verfolgten die Täter ihre zukünftigen Opfer nach dem Verlassen der Veranstaltung, zum Teil bis vor die eigene Haustür, und raubten Uhren, Bargeld und Schmuck.
Bei den Überfällen gingen die Maskierten mit erheblicher Brutalität vor. Hierbei setzten die maskierten Männer körperliche Gewalt ein und drohten mit Schusswaffen, Elektroschockern, Messern und Pfeffersprays.
Ermittlungskommission knackt den Fall
Die Polizei Essen richtete eine Ermittlungskommission ein und nahm schnell fünf Verdächtige ins Visier. Das Einrichten solcher spezialisierten Einheiten hat sich in Nordrhein-Westfalen bei Seriendelikten bewährt. Laut dem Polizeipräsidium Münster konnten durch ähnliche Ermittlungskommissionen in der Vergangenheit bereits zahlreiche Haftbefehle erwirkt werden.
Die anschließenden Ermittlungen ergaben den Verdacht, dass am Freitagnachmittag eine weitere Raubstraftat in Hagen geplant war. Die Beamten observierten die Verdächtigen und schlugen zu, bevor ein weiteres Opfer geschädigt werden konnte.
Zugriff im Hochschulviertel
Spezialeinheiten nahmen gegen 18:50 Uhr im Hagener Hochschulviertel drei Tatverdächtige in einem VW Golf fest. Zeitgleich erfolgte die Festnahme eines vierten Verdächtigen, der fußläufig in unmittelbarer Nähe unterwegs war. Kurz darauf nahmen Spezialeinheiten den fünften Verdächtigen in seiner Wohnung in Hagen fest.
Bei anschließenden Durchsuchungen wurden Beweismittel sichergestellt. Hierbei konnten die Ermittler Munition einer Schreckschusswaffe, ein Messer, Vermummungsgegenstände und mehrere Mobiltelefone sicherstellen.
Bei den Tatverdächtigen handelt es sich um einen 22-jährigen Hagener mit syrischer Staatsangehörigkeit, einen 25-jährigen Syrer ohne festen Wohnsitz, einen 20-jährigen Hagener mit deutscher Staatsangehörigkeit, einen 19-jährigen Hagener mit deutscher und syrischer Staatsangehörigkeit sowie einen 21-jährigen Hagener mit irakischer Staatsangehörigkeit. Für drei von ihnen ordnete ein Richter Untersuchungshaft an. Die Ermittlungen dauern an.






