Die Glücksspielbranche hat laut der britischen Gambling Commission neue Rekordzahlen erreicht. Im Geschäftsjahr bis März 2025 erreichte der UK-Glücksspielsektor einen Brutto-Glücksspielertrag von 16,8 Milliarden Pfund, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg um 7,3 Prozent bedeutet. Der Bericht wurde just einen Tag vor der Bekanntgabe massiver Steuererhöhungen durch Finanzministerin Rachel Reeves veröffentlicht.
Online-Segment ist Wachstumstreiber
Der Online-Bereich hat mittlerweile einen Anteil von 46 Prozent am Gesamtmarkt. Die Einnahmen aus Remote Casino, Wetten und Bingo beliefen sich auf 7,8 Milliarden Pfund, was einen Anstieg von 13,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Das Segment der Online-Casinos hat sich besonders beeindruckend entwickelt. Es erreichte einen Wert von 5 Milliarden Pfund und verzeichnete einen Anstieg von 14,9 Prozent. Online-Slots trugen allein 4,2 Milliarden Pfund bei und machten somit 83,5 Prozent des gesamten Casino-Ertrags aus.
Remote Betting erreichte einen Betrag von 2,6 Milliarden Pfund, was einem Anstieg von 10,9 Prozent entspricht. Im Bereich Fußball-Wetten wurden dabei 1,3 Milliarden Pfund generiert, während Pferderennen 766,7 Millionen Pfund einbrachten. Einzig Remote Bingo verzeichnete einen leichten Rückgang von einem Prozent auf 165,6 Millionen Pfund.
Der stationäre Sektor geht weiterhin zurück
Im Gegensatz dazu war der landbasierte Sektor weiterhin strukturellem Druck ausgesetzt und erzielte 4,8 Milliarden Pfund bei einem Marktanteil von 29 Prozent. Die Anzahl der Wettbüros sank zum elften Mal in Folge und beträgt jetzt 5.825. Die Casinos konnten einen Anstieg um 7,9 Prozent auf 933,8 Millionen Pfund verzeichnen, wobei Tisch- und Live-Spiele mit 702,4 Millionen Pfund dazu beitrugen.
Die Lotterie-Sparte bleibt mit einem Ertrag von 4,2 Milliarden Pfund und 25 Prozent des Gesamtmarktes ein wichtiger Marktpfeiler. Die Einnahmen aus dem Verkauf von National Lottery-Tickets betrugen 7,9 Milliarden Pfund, was einen leichten Anstieg von 0,8 Prozent bedeutet. Davon wurden 1,64 Milliarden Pfund in gemeinnützige Projekte der Bereiche Sport, Kunst und Kulturerbe investiert.
Zahlen befeuern Steuerdebatte
Die Veröffentlichung kam zu einem brisanten Zeitpunkt. Parlamentarier wie Iain Duncan Smith und Meg Hillier nutzten die Daten der Gambling Commission als Rechtfertigung für höhere Glücksspielsteuern und argumentierten, stärkere fiskalische Maßnahmen seien nötig, um mit der digitalen Expansion der Branche Schritt zu halten.
Interessant dabei: Die Zahl der monatlich aktiven Konten sank um 7 Prozent auf 12 Millionen, während der Gesamtertrag dennoch um 8 Prozent stieg. Das deutet darauf hin, dass weniger Spieler insgesamt mehr ausgeben – ein Trend, den Kritiker als Beleg für problematisches Spielverhalten werten.
Die Branche selbst warnt vor den Konsequenzen der nun beschlossenen Steuererhöhungen. Sie befürchtet eine Abwanderung von Spielern zu unregulierten Offshore-Anbietern und den Verlust tausender Arbeitsplätze.






