Nevada – Prediction Markets verlieren Schlüsselentscheidung

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Ein Bundesrichter in Nevada hat seine eigene Entscheidung spektakulär revidiert und dem Prediction-Market-Anbieter Kalshi einen herben Rückschlag verpasst. Richter Andrew Gordon löste am 25. November die sieben Monate alte einstweilige Verfügung auf, die Kalshi erlaubt hatte, während des laufenden Rechtsstreits Sport-Event-Contracts anzubieten. Die Botschaft ist eindeutig: Die Plattform muss ihre Aktivitäten in Nevada einstellen.

Gordon argumentierte in seinem 29-seitigen Urteil, dass Kalshis Interpretation den gesamten Sportwettenmarkt der USA unter die Zuständigkeit der Commodity Futures Trading Commission bringen würde. Das würde jahrzehntelange föderale Strukturen der Glücksspielregulierung kippen und sei nicht haltbar. Seine deutliche Formulierung: Sports-Event-Contracts seien Sportwetten, und jeder, der sie sehe, wisse das – einschließlich Kalshi selbst, das sich als erste App für legale Sportwetten in allen 50 Bundesstaaten beworben habe.

Nevada Gaming Control Board geht in die Offensive

Die Nevada Gaming Control Board verschärft nach dem Urteil massiv den Druck. Die Behörde warnte ihre Lizenznehmer eindringlich: Wer mit Plattformen zusammenarbeitet, die unerlaubt Sport-Event-Contracts anbieten, riskiert seine Lizenz. Die Warnung nennt konkrete Beispiele – neben klassischen Sportereignissen fallen auch die World Series of Poker, die Oscars, E-Sports und politische Wahlen unter die staatliche Jurisdiktion.

Während Robinhood und Crypto.com zugestimmt haben, Sport-Event-Contracts in Nevada einzustellen, weigert sich Kalshi. Das Unternehmen reichte umgehend einen Notfallantrag ein, um die Vollstreckung des Urteils auszusetzen, und kündigte Berufung beim Ninth Circuit Court of Appeals an. Die Nevada Gaming Control Board erklärte, sie werde die Berufung „energisch bekämpfen“ und weiterhin einen Weg durch die Gerichte verfolgen, um Kalshis rechtswidriges Verhalten zu stoppen.

Grundsatzfrage spaltet US-Gerichte

Im Kern geht es um eine fundamentale Frage: Sind Prediction Markets Finanzprodukte unter Bundesaufsicht oder illegales Glücksspiel, das den Bundesstaaten unterliegt? Kalshi argumentiert, als von der CFTC regulierte Designated Contract Market zu operieren und Swaps anzubieten, keine Wetten. Anders als traditionelle Sportsbooks agiere man als Peer-to-Peer-Börse, die nur Transaktionsgebühren verdiene, nicht am Verlust der Kunden.

Die Gerichte sind gespalten. In New Jersey erhielt Kalshi ebenfalls eine einstweilige Verfügung, in Maryland wurde sie abgelehnt. In Kalifornien entschied ein Richter, dass CFTC-Regulierung bedeutet, dass Prediction Markets nicht gegen das Indian Gaming Regulatory Act verstoßen. Fast zwei Dutzend Bundesstaaten und Stammes-Gaming-Behörden haben Klagen eingereicht. Analysten rechnen damit, dass der Supreme Court letztlich entscheiden muss – frühestens 2027.

Milliarden-Markt steht auf dem Spiel

Die wirtschaftlichen Implikationen sind enorm. Nevada verlangt von Sportsbooks bis zu 6,75 Prozent Umsatzbeteiligung. Kalshis Konstrukt umgeht das komplett. New York allein nahm 2024 über 700 Millionen Dollar an Sportwetten-Steuern ein. Wenn Plattformen wie Kalshi außerhalb dieses Rahmens operieren, drohen Bundesstaaten massive Einnahmeverluste. Auch Tribal Gaming-Gruppen sind alarmiert – viele finanzieren sich über Casino-Einnahmen, die wegbrechen könnten.

DraftKings und FanDuel, die beiden größten Sportwetten-Betreiber der USA, kündigten im November auf der Global Gaming Expo in Las Vegas an, eigene Prediction-Market-Geschäfte zu starten. Das Nevada-Urteil könnte ihre Pläne durchkreuzen und die gesamte Branche neu ordnen.

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