Schweiz stoppt Steuertricks von Lotto-Millionären

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Der Bundesrat macht Schluss mit Steueroptimierung nach dem großen Los. Wer künftig mehr als eine Million Franken im Lotto gewinnt, muss den Jackpot dort versteuern, wo er zum Zeitpunkt des Gewinns gewohnt hat. Ein Umzug in steuergünstige Kantone bringt dann nichts mehr. Die Landesregierung hat am Freitag die entsprechende Gesetzesänderung in die Vernehmlassung geschickt.

Bisher war der Wohnsitz am 31. Dezember entscheidend. Das führte dazu, dass manche Gewinner kurz nach dem Jackpot die Koffer packten und in einen Tiefsteuerkanton zogen. Die ursprüngliche Wohngemeinde ging leer aus, während der neue Wohnort Millionen in die Steuerkasse spülte.

Der spektakuläre Fall aus Solothurn

Der Auslöser für die Reform ist ein spektakulärer Fall aus dem Kanton Solothurn. Am 13. Januar 2023 knackte ein Einwohner von Gerlafingen den Euromillions-Jackpot und strich 68,8 Millionen Franken ein. Kurz darauf verlegte er seinen Wohnsitz nach Feldbrunnen-St. Niklaus – nur zehn Kilometer entfernt, aber steuerlich eine andere Welt. Gerlafingen, eine der ärmeren Gemeinden mit hohen Steuersätzen, ging leer aus. Feldbrunnen dagegen kassierte statt der budgetierten 0,5 Millionen plötzlich 5,8 Millionen Franken an Gemeindesteuern. Der Gewinner sparte geschätzt 2,5 Millionen Franken durch den Umzug.

Roberto Zanetti, damaliger Ständerat aus Gerlafingen, reichte daraufhin eine Motion ein. Sein Argument: „Wenn Sie in einem Restaurant essen, bezahlen Sie die Rechnung dort und nicht im günstigeren Nachbarrestaurant.“ Der Bundesrat und beide Parlamentskammern unterstützten den Vorstoss.

Getrennte Besteuerung ab einer Million

Die neue Regelung sieht vor, dass Glücksspielgewinne ab einer Million Franken getrennt vom übrigen Einkommen versteuert werden. Der Bund wendet dabei den Maximalsatz an, die Kantone können ihren Tarif frei wählen. Sechs Kantone – Bern, Jura, Neuenburg, Schwyz, Tessin und Wallis – praktizieren diese gesonderte Besteuerung bereits heute.

Gewinne unter einer Million Franken sowie alle Casino-Gewinne bleiben weiterhin steuerfrei. Die Neuregelung betrifft damit nur einen kleinen Kreis: Seit 1979 gab es in der Schweiz 1110 Lotto-Millionäre, durchschnittlich rund 24 pro Jahr. Bei Euromillions gab es zwischen 2020 und Mitte 2025 nur drei Millionengewinne aus der Schweiz.

Die finanziellen Auswirkungen auf die direkte Bundessteuer sind laut Bundesrat gering. Für die Kantone hängen sie von den jeweiligen Steuersätzen ab. Die kantonalen Steuerverwaltungen müssen allerdings mit administrativem Mehraufwand rechnen. Die Vernehmlassung zur Gesetzesänderung läuft nun an – dann entscheidet sich, ob der Steuertrick der Lotto-Millionäre endgültig Geschichte ist.

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