Martin Kabrhel hat es mal wieder geschafft. Der tschechische Poker-Pro, bekannt für seine kontroversen Auftritte und das Markenzeichen „not like that“, lieferte bei der WSOP Paradise ein absurdes Schauspiel ab – und bekam von der Poker-Göttin die Quittung serviert.
Frisch nach seinem dritten Platz im 125.000-Dollar-Triton-Event für satte 1,367 Millionen Dollar startete Kabrhel ins 100.000-Dollar-Triton-Main-Event. Der Start? Vielversprechend. Aus 250.000 Chips machte er schnell 359.000. Doch dann kam der Punkt, an dem Kabrhel keine Lust mehr hatte.
Der spektakuläre Chip-Dump
„Too tough table, can’t play here“, verkündete Kabrhel – und machte aus seinem Stack ein Geschenk. Seine Aktion: Mit König-Neun ging er gegen Matthew Wakeman All-in, der mit Ass-König nur noch callen musste. Das Board brachte keine Rettung, und Kabrhel war draußen.
Soweit, so durchschaubar. Kabrhel hatte vorher schon beim Floor nach einem Tischwechsel gefragt und war abblitzt worden – erst am nächsten Tag wäre das möglich gewesen. Seine Lösung? Einfach rausblasten und neu einsteigen. Bei einem 100.000-Dollar-Buy-in eine teure Strategie, aber für Kabrhel offenbar billiger als ein weiterer Tag am „falschen“ Tisch.
Poker-Karma schlägt zu
Doch hier kommt die Pointe: Als Kabrhel nach seinem Re-Entry zurück in den Turnier-Bereich kam, setzte ihn das System – man ahnt es schon – an exakt denselben Tisch. Nur ein anderer Platz. Die gleichen Spieler, die gleiche Atmosphäre, die gleiche „zu starke“ Konkurrenz.
Man kann sich die Gesichter am Tisch vorstellen. Wakeman, der gerade 60 Big Blinds geschenkt bekommen hatte, dürfte sich kaum beschwert haben. Die anderen Spieler? Vermutlich eine Mischung aus Ungläubigkeit und Schadenfreude.
Typisch Kabrhel
Für alle, die Kabrhels Karriere verfolgen, ist diese Episode nur die nächste in einer langen Reihe kurioser Momente. Der fünffache Bracelet-Gewinner mit über 16 Millionen Dollar in Live-Earnings ist einer der polarisierendsten Spieler der Szene. Ständiges Tanken, endlose Diskussionen am Tisch und immer wieder Ärger mit Mitspielern und Floor-Personal haben ihm den Ruf als „nervigster Spieler der Welt“ eingebracht.
Bei der WSOP 2025 in Las Vegas wurde sogar seine Shot Clock auf 10 Sekunden reduziert – eine Maßnahme, die vermutlich speziell für ihn eingeführt wurde. Und das, obwohl Kabrhel dort Vierter in der Player-of-the-Year-Wertung wurde.
Die Fortsetzung folgt
Wie es für Kabrhel bei der WSOP Paradise weiterging? Das bleibt spannend. Fest steht: Wo Martin Kabrhel auftaucht, passiert etwas. Ob das gut für den Poker ist, darüber streitet die Community seit Jahren. Aber langweilig wird es mit ihm nie – und manchmal liefert das Poker-Universum eben perfekte Karma-Momente wie diesen.






