Polen greift bei Loot-Boxen durch

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Polen packt jetzt an, was andere EU-Länder seit Jahren vor sich herschieben: Loot-Boxen werden ins Glücksspielgesetz aufgenommen. Der Gesetzesentwurf liegt seit Anfang Dezember im Parlament und könnte die Gaming-Branche ordentlich durchschütteln.

Konkret geht’s um eine neue Kategorie – „Spiele für virtuelle Güter“. Sobald ein Spiel randomisierte Items gegen Kohle verkauft, braucht der Publisher eine Lizenz. Punkt. Dazu kommen Altersprüfungen, Offenlegung der Drop-Rates und die komplette Compliance-Maschinerie. Die Begründung der Abgeordneten ist simpel: Spieler wissen vorher nicht, was sie kriegen und was es wert ist. Klingt nach Glücksspiel, ist Glücksspiel.

Die 18er-Grenze wird zum Problem

Der wohl härteste Schritt für Spieleentwickler ist die absolute Altersgrenze von 18 Jahren für alle Titel, die Loot-Boxen enthalten. Free-to-Play Titel sind hiervon am härtesten betroffen, da diese sich oft großteils oder sogar vollständig durch solche Boxen finanzieren. Auch FIFA, Fortnite, CS:GO und viele weitere Spiele setzen durch Lootboxen Millionenbeträge um. Für Publisher ist nun die Frage, ob sie das Lootbox-Modell für Polen komplett umbauen oder das Feature für die Region deaktivieren – beides hat massive Einnahmeneinbußen zur Folge.

Was im Entwurf fehlt, sind klare Definitionen. „Spiele für virtuelle Güter“ lässt viel Spielraum für Interpretationen. Und während In-Game-Loot-Boxen reguliert werden, bleiben externe Case-Opening-Sites weitgehend unangetastet. Dabei funktionieren die mindestens genauso wie Casinos, oft sogar dreister.

Lizenzen kosten – Details folgen

Das Finanzministerium soll die Gebühren festlegen. Die Lizenzen laufen zwei Jahre, danach muss verlängert werden. Publisher müssen Gewinnchancen transparent machen und Maßnahmen gegen Spielsucht implementieren. Auch virtuelle Währungen, die man gegen Echtgeld tauschen kann, fallen drunter.

Rechtsexpertin Justyna Grusza-Głębicka bringt’s auf den Punkt: Die Loot-Box-Frage spaltet Europa. Niemand weiß so richtig, wie man damit umgehen soll. Polen wagt jetzt den Vorstoß und geht weiter als Belgien oder die Niederlande. Die öffentliche Diskussion startet am 4. Januar 2026. Bis dahin wird die Lobby auf Hochtouren laufen.

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