Die Nevada Gaming Control Board (NGCB) zieht die Daumenschrauben an. Casinos in Nevada müssen künftig schneller reagieren, wenn sie Personen aus dem berüchtigten „Black Book“ – der offiziellen Ausschlussliste des Bundesstaats – in ihren Räumlichkeiten entdecken. Die neuen Regelungen sollen 2025 in Kraft treten.
Das Black Book ist seit 1960 das ultimative Hausverbot für Nevadas Casino-Szene. Aktuell stehen 37 Personen auf der Liste – und wer dort landet, bleibt in der Regel ein Leben lang draußen. Niemand hat es je geschafft, erfolgreich Einspruch einzulegen, obwohl theoretisch die Möglichkeit besteht.
Schneller melden statt mehrfach berichten
Die geplanten Änderungen zielen auf ein konkretes Problem: Casinos melden Black-Book-Vorfälle deutlich langsamer als andere Verstöße wie Betrug. Ryan Sullivan, Chef der Enforcement-Abteilung, bringt es auf den Punkt: „Wir müssen sofort informiert werden, solange die Person noch vor Ort sein könnte. Wenn wir erst am nächsten Tag davon erfahren, müssen unsere Ermittler die Verdächtigen aufspüren und Haftbefehle erwirken – nachdem sie längst verschwunden sind.“
Bisher mussten Casinos sowohl die Strafverfolgungsbehörden als auch das Board informieren. Die neue Regelung vereinfacht das: Nur noch eine Meldung direkt an die NGCB ist nötig. Das soll Verzögerungen vermeiden und die Reaktionszeit verkürzen.
Digital statt Papier
Ein weiterer Schritt in Richtung Modernisierung: Die gedruckten Versionen der Black-Book-Liste werden abgeschafft. Mike Somps, leitender Rechtsberater des Bundesstaats, erklärt, dass Casinos ohnehin bereits auf die Online-Version auf der NGCB-Website zugreifen. Die Papierform ist damit Geschichte.
Festhalten oder nicht?
Interessant wurde es, als Board-Mitglied George Assad fragte, warum die neuen Regeln nicht vorschreiben, dass Casinos die gesperrten Personen bis zum Eintreffen der Behörden festhalten müssen. Die Antwort von Kristi Torgerson, Leiterin der Enforcement-Abteilung, war eindeutig: Zu riskant.
„Casinos können Personen festhalten, und das kann helfen“, erklärte Torgerson. „Aber eine Pflicht dazu birgt Risiken – etwa wenn aus Versehen die falsche Person festgehalten wird.“ Sie betonte, dass zunächst die Identität zweifelsfrei geklärt werden muss. In der Vergangenheit gab es bereits Fälle, in denen übereifriges Personal Fehler machte.
Wer landet im Black Book?
Auf die Liste kommen Personen, die als Bedrohung für Nevadas Casino-Industrie gelten. Die Kriterien sind breit gefächert: schwere Straftaten, Verstöße gegen Glücksspielgesetze, Steuerhinterziehung oder ein zweifelhafter Ruf, der das öffentliche Vertrauen in die Branche untergraben könnte. Auch organisierte Kriminalität ist ein klassischer Grund.
Aktuell sorgt der Fall von Wayne Nix für Schlagzeilen – ein illegaler Buchmacher aus Kalifornien, der millionenschwere Wetten in Las Vegas platzierte und nun für das Black Book nominiert ist. Board-Vorsitzender Mike Dreitzer stellte klar: „Er hat in keinem Casino in Nevada etwas zu suchen.“
Die neuen Regelungen zeigen: Nevada nimmt die Integrität seiner Casino-Industrie ernst – und macht 2025 Ernst mit schnellerer Durchsetzung.






