Türkischer Wettskandal weitet sich international aus

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Die Aufarbeitung des Wettskandals in der Türkei befindet sich nach wie vor in vollem Gange. Staatsanwälte, Fußballfunktionäre, der türkische Verband TFF und neuerdings auch der europäische Fußballverband UEFA sind bereits seit Monaten damit beschäftigt, Täter ausfindig zu machen, Finanzströme zu verfolgen und den türkischen Fußball vom Einfluss krimineller Aktivitäten zu säubern. Genau diese drastischen Worte verwendete niemand Geringeres als der Präsident des TFF, Ibrahim Haciosmanoglu. Bereits zu Beginn der Ermittlungen stellten die Fahnder des TFF schnell fest, dass es sich nicht lediglich um Einzelfälle handelte. Dementsprechend wurde der europäische Fußballverband UEFA sowie der Weltverband FIFA bereits frühzeitig eingeschaltet. Eine weise Entscheidung, wie sich nun herausstellen sollte. 

UEFA Europa League Spiel zwischen dem VFB Stuttgart und Fenerbahce Teil des Wettskandals? 

Ende Oktober trafen der türkische Spitzenklub Fenerbahce Istanbul sowie der VFB Stuttgart in einer Europa League Begegnung aufeinander. Das Spiel entwickelte sich zu einem erwartbar hitzigen Duell und letztendlich konnten die türkischen Gastgeber die Partie zu Hause am Bosporus mit 1:0 für sich entscheiden. Die Szene, auf die mittlerweile alle blicken, ereignete sich tief in der Nachspielzeit. In der 98. Minute kam es zu einer Rudelbildung und mittendrin waren der Stuttgarter Stürmerstar Deniz Undav sowie Ismail Yüksek von Fenerbahce. Am Ende der Rudelbildung erhielt Yüksek eine Verwarnung und genau darauf wurde im Vorfeld eine Wette platziert

Es kommt allerdings noch besser, denn wie türkische Ermittler nun herausfanden, wettete Yükseks Mitspieler Mert Hakan Yandas im großen Stil. Natürlich platzierte er die Wetten nicht persönlich, denn das hätte eher früher als später Aufmerksamkeit erregt. Nein, er nutzte einen guten Freund als Mittelsmann, dem er regelmäßig sehr hohe Beträge überwies. Diese wurden anschließend als Wetteinsätze genutzt, und zwar nahezu ausschließlich auf Wetten, die im Zusammenhang mit Yandas´ Teamkollegen Ismail Yüksek standen. Die türkische Tageszeitung „Sabah“ fand heraus, dass Yandas seinem Freund im Zeitraum zwischen 2021 und 2025 insgesamt 4,45 Millionen türkische Lira zusendete.

Besonders verdächtig für eine Manipulation des Spiels gegen den VFB Stuttgart ist, dass nur Wetten platziert wurden, die ein einzelner Spieler wie eben Yüksek beeinflussen kann. Dazu gehörten etwa Wetten auf Verwarnungen oder eine gewisse Anzahl an begangenen Foulspielen. Yükseks gelbe Karte in der Nachspielzeit beim Match gegen den VFB Stuttgart hatte deshalb zur Folge, dass diese von Yandas´ Freund platzierte Wette gewonnen wurde. Die türkischen Staatsanwälte konnten im Rahmen ihrer Nachforschungen sogar ganz genau zurückverfolgen, welche Wettarten genutzt wurden. So wählte der Freund von Yandas fast ausschließlich die Wettarten „Spieler Yüksek sieht Karte“ und „Spieler Yüksek begeht mindestens drei Foulspiele.“  

Nahezu wöchentlich veröffentlichen Ermittler neue Zwischenbilanzen 

Vor allem dem Verbandspräsidenten Haciosmanoglu ist maximale Transparenz wichtig. Deshalb informiert sein Verband sowie die türkischen Staatsanwälte regelmäßig über den aktuellen Stand der Ermittlungen. Diese liest sich schon jetzt wie eine Bilanz des Grauens. Mit Stand von letzter Woche befanden sich insgesamt 46 Personen in Haft, die im Zusammenhang mit dem Wettskandal stehen. Unter ihnen befinden sich ganze 29 Spieler und viele von ihnen tragen die Trikots der istanbuler Top Klubs Fenerbahce sowie Galatasaray. Fast schon logisch, dass auch Mert Hakan Yandas zu den inhaftierten Spielern gehört.

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