Eine dramatische Veränderung vollzieht sich im Gambling-Markt von Pennsylvania. Im Jahr 2024 haben Online-Casinos erstmals die 2-Milliarden-Dollar-Marke überschritten und im Dezember mit 281 Millionen Dollar einen neuen Monatsrekord aufgestellt, während die traditionellen Spielbanken hingegen mit rückläufigen Zahlen kämpfen. Im Jahr 2024 erlitten die stationären Casinos einen Umsatzrückgang von 1,5 Prozent und erreichten damit 3,38 Milliarden Dollar.
Die Gesamtzahlen wirken auf den ersten Blick beeindruckend: Im Kalenderjahr 2024 verzeichnete der Bundesstaat Einnahmen aus Glücksspielen von über 6,13 Milliarden Dollar – das ist ein Anstieg um 7,7 Prozent. Aber dieser Erfolg gehört fast ausschließlich den iGaming-Anbietern, die den Markt mit einem Wachstum von 25 Prozent auf 2,17 Milliarden Dollar dominieren.
Online-Wachstum durch Bonus-Offensive ankurbeln
Ein wichtiger Faktor für diese Entwicklung sind die aggressiven Willkommensboni der Online-Anbieter. BetMGM zieht neue Spieler mit einem 100-Prozent-Deposit-Match bis zu 1.500 Dollar und zusätzlich 25 Dollar Startguthaben an. Caesars Casino übertrifft das mit einem Match-Bonus von bis zu 2.500 Dollar und zusätzlich 2.500 Reward Credits. Während DraftKings ein gestaffeltes Modell mit Match-Boni von bis zu 2.000 Dollar anbietet, hat Bet365 seit seinem Launch in Pennsylvania im Juli 2024 ein 1.000-Dollar-Match.
Diese Bonusschlacht zahlt sich für die Betreiber aus. Hollywood Casino at Penn National Race Course führt den Online-Markt mit knapp 936 Millionen Dollar Jahresumsatz an, gefolgt von Valley Forge Casino Resort mit 675 Millionen Dollar. Allein im Oktober 2024 verzeichnete Pennsylvania mit 245,2 Millionen Dollar einen damaligen US-Rekord – der im Dezember noch einmal getoppt wurde.
Stationäre Casinos unter Druck
Die Zahlen für Slots und Tischspiele vor Ort erzählen eine andere Geschichte. Während Slot-Einnahmen 2024 mit 2,44 Milliarden Dollar nahezu stagnierten, gingen die Umsätze an Tischspielen um 3 Prozent auf 929 Millionen Dollar zurück. Die September-Daten zeigten exemplarisch die Problematik: Die 17 Casinos des Bundesstaates verloren gegenüber dem Vorjahr 4,7 Millionen Dollar bei den stationären Einnahmen.
Besonders interessant: Pennsylvania ist mittlerweile nach Nevada der zweitgrößte Gambling-Markt der USA und hat New Jersey überholt. Die Steuereinnahmen für den Bundesstaat kletterten 2024 auf einen Rekordwert von 2,66 Milliarden Dollar – wobei Online-Gaming allein knapp 950 Millionen Dollar beisteuerte. Die hohen Steuersätze von 54 Prozent auf Online-Slots und 16 Prozent auf Tischspiele machen iGaming zur Goldgrube für die Staatskasse.
Analysten erwarten für 2025 weitere Rekorde. Das erste 300-Millionen-Dollar-Monat und ein Jahresumsatz von 3 Milliarden Dollar im Online-Bereich gelten als realistisch. Die stationären Casinos müssen derweil zusehen, wie die digitale Konkurrenz ihnen die Kundschaft abgräbt.






