Am Mittwoch kam es bei der WSOP Paradise zu einer Szene, die in der Poker-Community für heftige Diskussionen sorgt. Eric Wasserson entschied sich ausgerechnet am Final Table Bubble des $25.000 Super Main Events für einen der kontroversesten Moves im Poker – einen klassischen Slowroll gegen den achtfachen Bracelet-Gewinner Benny Glaser.
Pocket Aces und maximale Provokation
Die Situation war ohnehin schon angespannt. Nur noch zehn Spieler waren im Rennen um den ersten Preis von 10 Millionen Dollar. Glaser hatte mit 89,5 Millionen Chips einen der kürzeren Stacks und entschied sich mit Ass-Dame für den All-In. Wasserson hielt Pocket Aces – eigentlich ein Instant-Call in dieser Situation. Stattdessen bat er um einen Count, tankte minutenlang und spielte Theater, während die Kommentatoren bereits verwirrt reagierten.
Kommentator Randy Lew brachte es auf den Punkt: „Sollte er nicht schon längst gecallt haben? Er hat nach einem Count gefragt und seine Hand doppelt gecheckt. Das ist lächerlich.“ Als Wasserson schließlich callte und seine Aces zeigte, war Glaser alles andere als amüsiert. Der Brite schied als zehnter aus und kassierte 665.875 Dollar Trostpflaster.
Alte Rechnungen aus Las Vegas
Nach seinem Aus äußerte sich Glaser deutlich: „Offensichtlich nicht sehr stilvoll. Kein guter Mensch, kein netter Move. Aber es ist eher die Traurigkeit über das Ausscheiden. Ein Teil von mir hat es fast von ihm erwartet.“ Glaser deutete an, dass es zwischen den beiden bereits seit der WSOP im vergangenen Sommer eine Vorgeschichte gibt.
Wasserson selbst zeigte sich im Interview mit PokerNews wenig reumütig. Auf sarkastische Weise bestritt er den Slowroll und schob alles auf den „großen Payjump“. Die Poker-Community ist gespalten – während einige den Move als psychologische Kriegsführung verteidigen, sehen die meisten darin einen klaren Verstoß gegen die ungeschriebenen Regeln des Spiels.
Erfolgreicher Abschluss für Wasserson
Trotz der Kontroverse erreichte Wasserson das offizielle Final Table mit 130,5 Millionen Chips und Platz fünf im Chipcount. Der Chinese Yinan Zhou gewann das Event später für 6 Millionen Dollar und sein erstes Bracelet. Für Glaser war es eine bittere Pille – der Brite hatte in Las Vegas drei Bracelets gewonnen und landete knapp hinter Shaun Deeb auf Platz zwei im Player of the Year Race.






