Erste Gegenstimme: Senator stellt sich gegen Steuerrücknahme

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Während die Glücksspielbranche geschlossen für eine Rücknahme der neuen Steuerregelung kämpft, hat sich mit Senator James Lankford erstmals ein Politiker öffentlich gegen die geplante Korrektur ausgesprochen. Der Republikaner aus Oklahoma bezeichnet die Änderung als „ziemlich geringfügig“ – eine Einschätzung, die bei Profispielern und Casinobetreibern für Unverständnis sorgt.

Das Problem mit dem Phantomeinkommen

Seit dem 1. Januar 2026 dürfen Spieler in den USA nur noch 90 Prozent ihrer Verluste steuerlich geltend machen. Die Folge: Wer im Jahr 100.000 Dollar gewinnt und 100.000 Dollar verliert, muss trotzdem Steuern auf 10.000 Dollar zahlen – Geld, das faktisch nie verdient wurde. Profispieler wie Erik Seidel haben bereits angekündigt, sich wegen der Regelung zumindest teilweise aus dem Geschäft zurückziehen zu wollen.

Lankfords Haltung überrascht besonders, weil Oklahoma zu den Bundesstaaten mit der höchsten Dichte an Glücksspieleinrichtungen gehört. Mehr als 100 regulierte Gaming-Facilities, hauptsächlich Tribal Casinos, operieren im Staat. Diese haben in den vergangenen Jahren Milliarden generiert und zehntausende Jobs geschaffen. Entsprechend deutlich fällt die Kritik aus der Branche aus.

Bipartisan-Bewegung stockt

Die Gegenbewegung zur Steueränderung schien zunächst unaufhaltsam. Abgeordnete beider Parteien, darunter die Demokratin Dina Titus aus Nevada mit ihrem FAIR BET Act, hatten Gesetzesentwürfe eingebracht, um die alte 100-Prozent-Regelung wiederherzustellen. Auch im Senat gab es mit dem FULL HOUSE Act einen bipartisan Vorstoß.

Die anfängliche Euphorie ist mittlerweile verflogen. Trotz öffentlicher Unterstützung von Komitee-Vorsitzendem Jason Smith hat bislang kein Entwurf eine Abstimmung erreicht. Ein Versuch, die Rücknahme per Unanimous Consent durchzuwinken, scheiterte bereits 2025. Lankfords Widerstand zeigt nun, dass der Widerstand im Senat größer ist als erhofft. Als Mitglied des einflussreichen Finance Committee hat seine Stimme besonderes Gewicht.

Industrie schlägt Alarm

Casino-Betreiber wie Derek Stevens von Circa warnen bereits vor konkreten Auswirkungen. Die neue Steuer beeinflusse schon jetzt das Wettverhalten für 2026, sagt er. Events wie der Super Bowl oder March Madness könnten deutlich weniger Wetten anziehen. Schlimmer noch: Einige High Roller könnten auf Offshore-Anbieter oder kanadische Casinos ausweichen – genau die Entwicklung, die regulierte Märkte eigentlich verhindern sollen.

Der Chef der American Gaming Association, Bill Miller, gibt sich trotzdem optimistisch. Er habe noch mit keinem Kongressmitglied gesprochen, das grundsätzlich gegen die Wiederherstellung der 100-Prozent-Regelung sei. Die Frage sei nur, über welchen legislativen Weg man das erreiche. Der Kongress hat bis April 2027 Zeit, Änderungen für die Steuererklärungen 2026 vorzunehmen. Jeder Tag, den die Unsicherheit anhält, kostet die Branche aber bares Geld.

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