Londoner Polizisten entgehen Haft nach Übergriff im Hippodrome

Foto von Benjamin Davies auf Unsplash

Zwei ehemalige Metropolitan Police-Beamte sind mit Bewährungsstrafen davongekommen, nachdem sie im April 2024 eine Frau in einem der bekanntesten Casinos Londons sexuell belästigt hatten. Der Fall wirft ein grelles Licht auf Fehlverhalten im Dienst und Sicherheitsfragen in der Glücksspielbranche.

Was ist passiert?

Jerome Beasley (43) und Luke Robinson (40) waren in den frühen Morgenstunden des 22. April 2024 außer Dienst in der Rooftop-Bar des Hippodrome Casino am Leicester Square unterwegs. Trotz wiederholter Proteste der Frau fassten die beiden sie mehrfach unsittlich an. Die Casino-Überwachungskameras – ein Muss in jedem lizenzierten Betrieb – zeichneten alles auf. Mehrere Gäste beobachteten Teile des Vorfalls.

Die Staatsanwaltschaft betonte, dass beide Männer bewusst handelten und die Abwehrversuche des Opfers komplett ignorierten. Besonders perfide: Der Übergriff begann, als die Beamten ihre Handgröße vergleichen wollten und die Frau gerade ein Selfie machte. Die Frau berichtete später von anhaltenden Panikattacken und posttraumatischer Belastungsstörung.

Zu milde Strafen?

Am Montag verurteilte Richter Mark Weekes die beiden am Southwark Crown Court zu 18 Monaten (Beasley) und 15 Monaten (Robinson) Haft – beide auf Bewährung. Erst kurz vor Prozessbeginn hatten sie ihre ursprünglichen „Nicht schuldig“-Plädoyers geändert. Die beiden wurden bereits aus der Central West Command Unit der Metropolitan Police entlassen.

Zusätzlich zur Bewährung müssen sie 250 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten, ein 30-tägiges Rehabilitationsprogramm absolvieren, fünf Monate lang eine nächtliche Ausgangssperre einhalten und der Frau jeweils 750 Pfund Entschädigung zahlen. Ein fünfjähriges Kontaktverbot wurde ebenfalls verhängt.

Hippodrome im Fokus

Das Hippodrome Casino gilt als größtes und geschäftigstes Casino Großbritanniens. Mit sieben Etagen, drei verschiedenen Casino-Bereichen und Londons größtem Poker-Deck zieht es jährlich Millionen Besucher an. Die 2012 eröffnete Location im historischen Matcham-Theater verfügt über umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen, darunter lückenlose CCTV-Überwachung auf allen Ebenen.

Genau diese Kameras spielten eine entscheidende Rolle bei der Aufklärung. Die Aufnahmen zeigten eindeutig, wie die beiden Männer die Frau wiederholt belästigten – trotz der Anwesenheit von Personal und anderen Gästen. Der Fall zeigt, dass selbst in gut überwachten Umgebungen Fehlverhalten möglich ist, wenn die Täter die Hemmungen verlieren.

Image-Schaden auf beiden Seiten

Hochrangige Met-Vertreter verurteilten das Verhalten als inakzeptabel und einen Bruch des Vertrauens. Der Fall beschädigt nicht nur das Ansehen der Polizei, sondern wirft auch Fragen zur Sicherheit in Nightlife-Locations auf, wo Alkohol, Menschenmengen und Glücksspiel zusammenkommen. Für die Branche ein weiterer Reminder, dass technische Sicherheitssysteme nur so gut sind wie das Personal, das eingreift, wenn etwas schiefläuft.

Published
Categorized as Casino
Editor

Nicole ist so etwas wie das Adlerauge der Redaktion. Neben ihrer langjährigen Erfahrung im Bereich Casino, Sportwetten und Co, hat sie vor allem den Redaktionsprozess auf ein neues Level gebracht. So detailgetreu wie nur irgend möglich optimiert, editiert und schreibt sie ihre Artikel. Perfektionistisch – und immer mit dem Blick für den Leser.