Martin Zamani hat ein Video herausgebracht, das die Online-Poker-Szene erschüttert. Der High-Stakes-Profi mit über 8,3 Millionen Dollar Lifetime-Earnings zeigt in diesem Video eine riesige Bot-Farm, die angeblich seit Jahren auf Ignition und Bovada operiert, ohne dass die Plattformen etwas dagegen unternehmen.
Mehrere Dutzend Accounts gleichzeitig aktiv
Ein Video, das am 17. Januar auf X (ehemals Twitter) gepostet wurde, zeigt, wie Dutzende von Poker-Accounts gleichzeitig ein- und ausloggen. Die koordinierte Aktion legt ein durchdachtes System offen, das Cash Games und Turniere gezielt manipuliert. Zamani hebt hervor, dass er weder die Bots erstellt noch das Video gemacht hat, aber er möchte nicht länger schweigen. „Seit Jahren wissen Sie Bescheid und haben nichts unternommen“, so der Profi. „Es sind High Stakes, und das ist noch nicht mal die gesamte Operation.“
Besonders heikel: Zamani ist der Ansicht, dass das Problem auf anderen großen Poker-Plattformen nicht existiert. Das würde heißen, dass Ignition und Bovada – die beide zum Pai Wang Luo-Netzwerk gehören – absichtlich nachlässig handeln.
Bekannte Probleme, neue Perspektive
Die Vorwürfe gegen Ignition in Bezug auf Bot sind nicht frisch. In den frühen 2010er-Jahren soll der Spieler Todd Witteles einen Bot entlarvt haben, indem er einen Software-Glitch ausnutzte. Witteles erhielt von einem hochrangigen Security-Mitarbeiter die Beschuldigung, selbst zu cheaten, anstatt dass der Bot gebannt wurde. Er durfte weiterspielen – ein frühes Warnsignal, das der Community immer im Gedächtnis blieb.
Mit dem aktuellen Video werden diese alten Vorwürfe erneut aufgefrischt. Die Poker-Community ist in Aufruhr. Einige sehen regulierte Online-Poker-Angebote in den USA als die einzige Lösung. Andere zeigen Alternativen wie CoinPoker auf, die einen proaktiveren Ansatz im Kampf gegen Bots verfolgen. Auf Twitter reagierte CoinPoker umgehend und machte deutlich, dass man Bot-Ringe frühzeitig erkenne und banne.
Vertrauenskrise
Ignition und Bovada bieten anonyme Tische an, um Spieler vor Tracking-Software zu schützen. Die Anonymität könnte jedoch genau der Vorteil für Bot-Betreiber sein. Ohne Screennames und mit begrenzten Tracking-Optionen wird es schwieriger, verdächtige Muster zu identifizieren.
Die Plattformen haben bislang keine öffentlichen Stellungnahmen zu den Vorwürfen von Zamani abgegeben. Aber man muss sich fragen: Wenn jemand wie Zamani – der selbst schon von Integritätsproblemen in der Szene gesprochen hat – die Alarmglocken läutet, wie schlimm muss es dann noch werden, bevor etwas unternommen wird?
Ob Recreational Player oder Profi, die Botschaft ist eindeutig: Wer auf unregulierte Plattformen setzt, geht ein Risiko ein. Andernfalls ziehen die Spieler fort, wenn die Betreiber nichts unternehmen.






