Der traditionsreiche Glücksspielkonzern Bally’s plant ein spektakuläres Comeback in Las Vegas – direkt am Strip. Auf dem Gelände des ehemaligen Tropicana Resorts soll in den kommenden Jahren ein gigantisches Casino- und Entertainment-Projekt entstehen. Das Vorhaben ist eng mit dem Bau des neuen Baseballstadions der Oakland Athletics (A’s) verknüpft, die 2028 nach Nevada übersiedeln wollen.
Das 35 Acres große Areal an der Südspitze des Strips wird künftig geteilt: Etwa neun Acres entfallen auf das Stadion, die restliche Fläche nutzt Bally’s für sein geplantes Resort. Die Vision: ein modernes, multifunktionales Unterhaltungszentrum, das Casino, Hotel, Gastronomie, Einzelhandel und Eventflächen miteinander kombiniert – und damit weit über das klassische Glücksspiel hinausgeht.
Erste Entwürfe zeigen ehrgeizige Architekturpläne
Laut den bisher veröffentlichten Renderings setzt Bally’s auf einen offenen, luftigen Baustil mit mehreren Ebenen. Vorgesehen sind unter anderem zwei Hoteltürme, ein rund 10.000 Quadratmeter großes Casino, ein Theater mit 2.500 Sitzplätzen sowie zahlreiche Restaurants, Bars und Shops. Auch ein direkter Anschluss an die geplante Las Vegas Loop – das Tunnelprojekt von Elon Musks Boring Company – ist vorgesehen.
Der Zugang zum Resort soll auf einem erhöhten Podium über Straßenniveau erfolgen, verbunden mit Rolltreppen, Aufzügen und Brücken zu benachbarten Resorts wie dem MGM Grand oder Excalibur. Eine rund 14.800 Quadratfuß große Haltestelle für die Loop wird eigens in die Planung integriert.
Eröffnung voraussichtlich parallel zum A’s-Stadion
Geht alles nach Plan, beginnt der Bau der ersten Projektphase Anfang 2026. Ziel ist eine Eröffnung rechtzeitig zur ersten Baseballsaison der Oakland Athletics in Las Vegas im Frühjahr 2028. Damit entsteht ein eng verzahnter Unterhaltungskomplex, der Fans, Touristen und Glücksspielgäste gleichermaßen anziehen soll.
Die Investitionen sind erheblich: Bally’s will über seine Partnerschaft mit dem Grundstückseigentümer GLPI jährlich rund 10,5 Millionen Dollar Pacht zahlen. Hinzu kommen Abrisskosten, Entwicklungsausgaben und Baukosten in unbekannter Höhe. Parallel dazu ist der Konzern in weitere Großprojekte eingebunden, etwa in Chicago und bei einer Bewerbung um eine Casino-Lizenz in New York – ein Balanceakt für Management und Finanzen.
Neue Ausrichtung: Entertainment statt reines Glücksspiel
Bemerkenswert ist der strategische Wandel: Bally’s rückt das Glücksspiel nicht mehr ins alleinige Zentrum, sondern setzt bewusst auf Erlebnis, Vielfalt und nachhaltige Besucherbindung. Gerade im Umfeld des neuen Stadions könnte sich das auszahlen – vorausgesetzt, der Zeitplan hält und es kommt zu keinen regulatorischen Verzögerungen.
Kritische Stimmen gibt es dennoch: Analysten verweisen auf die Vielzahl offener Genehmigungsverfahren, mögliche Konflikte mit parallelen Großprojekten und den hohen Kapitalbedarf. Dennoch ist der Schritt konsequent – Las Vegas erlebt seit Jahren eine Renaissance als Erlebnisstandort, in dem moderne Resorts zunehmend auf ein breites Spektrum aus Entertainment, Sport und Lifestyle setzen.
Für Bally’s ist der geplante Resortkomplex am Strip mehr als nur ein Bauvorhaben. Es ist ein Versuch, sich neu zu positionieren – und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen.






