Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) hat dem Online-Anbieter Betent, der unter dem Markennamen BetCity operiert, eine Rekordstrafe von 2,65 Millionen Euro aufgebrummt. Der Grund: systematische Verstöße gegen die Sorgfaltspflicht beim Spielerschutz.
Junge Spieler mit Zehntausenden im Minus
Die KSA startete eine Untersuchung nach Signalen über große Verluste, die jungerwachsene Spieler erlitten hatten. Bei der Prüfung von zehn Spielerdossiers mit den höchsten Verlusten wurden in allen Fällen Verstöße festgestellt. Es ging um Spieler zwischen 18 und 24 Jahren, die in kurzer Zeit Zehntausende Euro verspielten – oft nachts und ohne dass BetCity rechtzeitig eingriff.
Besonders krass: Ein 21-jähriger Spieler verlor innerhalb von zwei Wochen 45.000 Euro. BetCity griff erst ein, als er bereits 64.000 Euro an Wetten platziert hatte – und senkte dann lediglich sein Einsatzlimit von 100.000 auf 400 Euro. Viel zu wenig und viel zu spät, urteilte die Behörde.
E-Mails sind nicht genug
Die Schutzmaßnahmen von BetCity – eine E-Mail mit der Empfehlung, niedrigere Limits zu setzen, und ein Link zu einer Seite über verantwortungsvolles Spielen – waren laut dem Regulierer nicht ausreichend rigoros. Die gesetzlich geforderten persönlichen Kontaktaufnahmen mit auffälligen Spielern? Waren nicht vorhanden.
Der KSA Chef, Michel Groothuizen, machte klar, dass es so nicht weitergeht: „Wir haben einen lizenzierten Markt, damit Nutzer sicher spielen können. Besonders junge Erwachsene brauchen dabei besonderen Schutz.”
Kein Einzelfall bei BetCity
Für BetCity ist das nichts Neues. Schon in den vergangenen Jahren hat der Anbieter mehrfach Ärger mit der Aufsichtsbehörde bekommen. 2023 gab es eine Strafe über 400.000 Euro, weil Werbe-E-Mails an junge Erwachsene verschickt wurden – ein klarer Verstoß gegen die Regeln. Nur ein Jahr später folgte die nächste Sanktion: 3 Millionen Euro wegen Mängeln bei der Geldwäscheprävention.
Auch der Mutterkonzern Entain, der BetCity vor rund zwei Jahren für etwa 250 Millionen Euro übernommen hat, steht nun unter Druck. Eigentlich sollte BetCity die Präsenz auf dem niederländischen Markt stärken – inzwischen sorgt die Marke vor allem für Schlagzeilen.






