CoinPoker stellt Cheater öffentlich bloß

Foto von Michał Parzuchowski auf Unsplash

CoinPoker geht einen ungewöhnlichen Weg im Kampf gegen Betrug: Während die meisten Pokerseiten ihre Sicherheitsmethoden streng geheim halten, legt die Krypto-Pokerseite jetzt Karten auf den Tisch. Und das kommt bei der Community richtig gut an.

Der jüngste Fall sorgte auf Reddit für ordentlich Wirbel. Ein User namens „Far_State_8335“ behauptete, sein Account mit 10.000 USD sei grundlos gesperrt worden. Die Anschuldigung: Real-Time Assistance (RTA), also der Einsatz verbotener Software während des Spiels. Der Spieler wetterte gegen CoinPoker und warnte andere vor der Seite.

Ambassador zeigt Beweise

Dann mischte sich Mario Mosböck ein. Der CoinPoker-Ambassador und Ex-Fußballer, der mittlerweile über 11,7 Millionen Dollar Live-Turniergewinne aufweist, postete interne Sicherheitsberichte. Die Dokumente zeigten drei Hände, die mit dem Fair Play Check Tool von GTO Wizard abgeglichen wurden – die Boards stimmten exakt mit den Eingaben bei GTO Wizard überein, inklusive Zeitstempel. Der vermeintlich unschuldige Spieler wurde eiskalt beim Cheaten erwischt.

Das Fair Play Check Tool von GTO Wizard erlaubt Spielern zu überprüfen, ob ein bestimmtes Board innerhalb eines gewählten Zeitraums mit dem Solver gelöst wurde. Wenn Zeitstempel und gespielte Hand übereinstimmen, ist das ein ziemlich eindeutiger Beweis für RTA-Nutzung.

Mosböck betonte gegenüber PokerOrg: „Es ist sehr schwer für Seiten, Informationen zu teilen – sowohl aus geschäftlicher als auch aus rechtlicher Perspektive.“ Normalerweise könne man Beweise nicht veröffentlichen, ohne die Erkennungsmethoden zu gefährden. In diesem Fall sei die Beweislage aber „bulletproof“.

Harte Linie gegen Cheater

CoinPoker hat in den letzten Monaten mehrfach gezeigt, dass man es ernst meint. Im Oktober wurden bereits mehrere Accounts wegen Seat-Scripting gesperrt. Im Mai gab die Seite bekannt, dass ihre Software sich nicht öffnen lässt, wenn GTO Wizard aktiv auf dem Computer läuft.

Die konfiszierten Gelder behält CoinPoker übrigens nicht. Sie werden an die betroffenen Spieler verteilt, basierend auf dem Schaden, den das Cheating angerichtet hat.

Community feiert transparentes Vorgehen

Die Reaktionen in der Poker-Community fielen durchweg positiv aus. Sogar Highstakes-Legende und WSOP-Champion Benjamin Rolle (Bencb) applaudierte: „Wow, das ist verrückt! Gut, dass er erwischt wurde. Gut gemacht CoinPoker.“

RTA gilt als eine der größten Bedrohungen für Online-Poker. Bei GGPoker wurden mindestens 13 Accounts wegen RTA-Nutzung gesperrt, über eine Million Dollar wurde an Opfer zurückerstattet. Das sind nur die öffentlich bekannten Fälle.

CoinPoker positioniert sich mit seiner offensiven Anti-Cheat-Strategie bewusst als sichere Alternative für Spieler, die keine Lust auf unfaire Gegner haben. Ob andere Seiten nachziehen und ebenfalls mehr Transparenz wagen? Die Poker-Welt wartet gespannt.

Editor

Nicole ist so etwas wie das Adlerauge der Redaktion. Neben ihrer langjährigen Erfahrung im Bereich Casino, Sportwetten und Co, hat sie vor allem den Redaktionsprozess auf ein neues Level gebracht. So detailgetreu wie nur irgend möglich optimiert, editiert und schreibt sie ihre Artikel. Perfektionistisch – und immer mit dem Blick für den Leser.