John Keeler war mal jemand in Indiana. 16 Jahre Abgeordneter, danach General Counsel und Vizepräsident bei New Centaur, dem Unternehmen, das beide Pferderennbahn-Casinos des Bundesstaates betrieb. Dann kam 2022 die Verurteilung wegen Steuerbetrugs – zwei Monate Knast, ein Jahr Bewährung, 55.000 Dollar Strafe. Jetzt will der 76-Jährige eine Begnadigung von Donald Trump.
Keelers Name taucht auf der Liste der Begnadigungs-Petitionen des US-Justizministeriums auf, Status: anhängig. Weder er noch seine Anwälte wollen dazu was sagen. Das Weiße Haus auch nicht. Standard-Statement: Der Präsident entscheidet, wir kommentieren keine laufenden Verfahren.
Der Deal mit dem Strohmann
Die Geschichte dahinter ist klassisches Casino-Lobbying mit kriminellem Dreh. Keeler zahlte 2016 einem politischen Berater aus Maryland 41.000 Dollar aus Firmengeldern von New Centaur. Davon gingen 25.000 Dollar an das Greater Indianapolis Republican Finance Committee – die Geldmaschine der republikanischen Partei im Marion County. Um die Herkunft zu verschleiern, deklarierte Keeler die Zahlung in der Steuererklärung als abzugsfähige Geschäftsausgabe. Straw-Donor-Schema nennen das die Bundesanwälte.
Sein Chef damals: Rod Ratcliff, Indianas Casino-Magnat, der inzwischen lebenslang aus der Glücksspielbranche des Bundesstaates verbannt ist. Nie angeklagt, aber raus. Ratcliff war früher Trump-Supporter, beide betrieben in den 90ern Riverboat-Casinos in Indiana und teilten sich Geschäftspartner. New Centaur steuerte 100.000 Dollar zu Trumps erster Amtseinführung 2017 bei.
FBI wollte Ratcliff treffen
Keelers Mitangeklagter Brent Waltz, ehemaliger State Senator, sieht das Ganze anders. Er bekam zehn Monate Knast wegen fiktiver Spenden für seinen gescheiterten Kongress-Wahlkampf. Waltz behauptet, die beiden seien nur Kollateralschaden gewesen. Das FBI habe eigentlich Ratcliff ins Visier genommen wollen – wegen dessen Rolle als Trump-Fundraiser. Als man ihn nicht kriegen konnte, nahm man eben Waltz und Keeler.
Keeler schien vor seinem Plädoyer-Deal ähnlich argumentieren zu wollen. Unter seinen geplanten Beweismitteln: ein Foto von Ratcliff bei Trumps Amtseinführung. Die Staatsanwaltschaft blockte ab – das würde die Jury emotional beeinflussen statt auf Fakten fokussieren. Und: Es gebe null Beweise für selektive oder rachsüchtige Strafverfolgung.
Trump verteilt Begnadigungen am Fließband
Seit Januar hat Trump über 1.600 Begnadigungen ausgesprochen. Darunter ein Blanko-Pardon für mehr als 1.500 Leute vom Capitol-Sturm am 6. Januar 2021. Diesen Monat begnadigte er den Ex-Präsidenten von Honduras (Kokain-Verteilung) und einen Kongressabgeordneten aus Texas (600.000 Dollar Bestechung).
Normalerweise prüft das Justizministerium Begnadigungs-Anträge und gibt Empfehlungen ab. Trump ignoriert diesen Prozess größtenteils und belohnt Verbündete und Unterstützer, die oft nie formal einen Antrag gestellt haben. Ob Keelers Verbindung zu Ratcliff und damit indirekt zu Trump reicht? Das wird sich zeigen.






