FDJ United überrascht mit gemischter Halbjahresbilanz

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Was Novomatic in Österreich oder Merkur in Deutschland ist Française des jeux (FDJ) in Frankreich. Nun ist FDJ United, wie der Konzern heute heißt, nicht irgendwer. Vielmehr haben wir es hier mit einem der größten Glücksspielkonzerne Europas, wenn nicht gar der Welt zu tun. Dies liegt auch an der massiven Expansion, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren vorangetrieben hat. Geradezu spektakulär und für Aufsehen in der gesamten Glücksspielbranche sorgte der Kauf der schwedischen Kindred Group inkl. seines Sportwettenflaggschiffes Unibet im Oktober 2024. Deshalb war die kürzlich vorgestellte Halbjahresbilanz des Unternehmens auch mit besonderer Spannung erwartet worden. Und was soll man sagen? FDJ United wusste durchaus zu überraschen.

Wohin man in der Halbjahresbilanz auch schaut, den Namen Kindred findet man überall

Die Halbjahresbilanz von FDJ United fällt insgesamt betrachtet ziemlich ordentlich aus. Allerdings muss man hierbei durchaus etwas differenzieren, denn der Aktienkurs von FDJ United (Link in Französisch) an der französischen Börse gab nicht ohne Grund direkt nach der Veröffentlichung der Zahlen um 27,35 % nach. Zum einen war der Kauf der Kindred Group insgesamt betrachtet mit 2,45 Milliarden Euro ein äußerst kostspieliges Unterfangen, das sich auch auf den Reingewinn des ersten Halbjahres von FDJ United auswirkt. So musste der Kauf auch abgeschrieben werden, was den Nettogewinn vor Steuern auf nur noch 226 Millionen Euro schrumpfen ließ. Dies entspricht einem Minus von 22,2 % verglichen zum Vorjahr.

Aufgrund der Steuererhöhungen in Großbritannien und den Niederlanden, zwei der wichtigsten Märkte von Kindred musste FDJ United zudem Steuern in Höhe von 90 Millionen Euro abführen, was den Reingewinn auf abschließend nur noch 136 Millionen Euroweiter reduzierte. Dies ist jedoch kein Grund zur Panik, denn die Geschäftsführerin von FDJ United, Stephane Pallez, wartete auch mit einigen überraschend positiven Zahlen auf. Als erstes wies sie darauf hin, dass Vergleiche zu den Zahlen von 2024 hinken würden, denn diese wurden maßgeblich von der Fußballeuropameisterschaft „künstlich“ nach oben getrieben. Diesen EM-Effekt bezifferte sie etwa auf ein Plus von rund 21 %!

Außerdem hob sie den „starken Gegenwind“ hervor, der aus den Niederlanden und Großbritannien wehen würde. Eine deutliche Anspielung auf die höheren Steuern, die beide Länder jetzt erheben. Nichtsdestotrotz, konnte Kindred sein Bilanzergebnis im zweiten Quartal 2025 verglichen zum ersten um 2 % steigern. Rechnet man beide Länder heraus, würde die Steigerung sogar ganze 5 % betragen. Noch besser habe sich der Umsatz von Kindred entwickelt, denn diese betrug in den ersten sechs Monaten 1,87 Milliarden Euro, was einem Plus von 30,7 im Vergleich zu 2024 entspricht. 

Erfreuliche Nachrichten hatte Pallez vom französischen Heimatmarkt im Gepäck

In Frankreich konnte sich FDJ United über positive Bilanzzahlen freuen, vor allem in seinen beiden traditionellen Sparten Lotto sowie Sportwetten. Beide Bereiche legten um 3,6 % zu und sorgten so dafür, dass der Umsatz auf nun 1,29 Milliarden Euro anwuchs. Den Löwenanteil steuerten dabei die Lotterien mit einem Umsatz von 1,07 Milliarden Euro bei. Pallez gab außerdem einen Hinweis auf die zukünftig anvisierten Wachstumszahlen. Bis zum Jahre 2028 möchte FDJ United seine Umsätze nämlich um 26 % steigern, womit der Konzern durchaus voll auf Kurs liegt. 

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