Resorts World Sentosa steht unter Druck. Nach einer verkürzten Casino-Lizenz von nur zwei statt drei Jahren nutzt Genting Singapore 2026 als entscheidendes Jahr, um das Resort neu zu positionieren. CEO Lee Shi Ruh gibt die Richtung vor: Weg von Einmalbesuchern, hin zu einem Erlebnis-Destination, wo Gäste regelmäßig zurückkommen.
Kritik von Singapurs Behörden
Im November 2024 erneuerte Singapurs Gambling Regulatory Authority die Casino-Lizenz von RWS für nur zwei Jahre statt der üblichen drei. Der Grund: Die Tourismusleistung zwischen 2021 und 2023 wurde als „unbefriedigend“ eingestuft. Ein hartes Urteil, das Genting zum Handeln zwingt. Die nächste Evaluierung steht bereits 2026 an, die Lizenzverlängerung läuft im Februar 2027 aus.
Lee Shi Ruh, die im Juni 2025 zur CEO von RWS ernannt wurde und seit August auch als President und COO der Muttergesellschaft Genting Singapore fungiert, hat klare Vorstellungen. Sie will, dass Besucher RWS als Ort wahrnehmen, an dem sie mit Familie und Freunden abhängen können – mit alle zwei bis drei Wochen neuen Angeboten. „Es wird keine weiteren großen Schließungen geben“, verspricht sie. „Jetzt geht es darum, alles zusammenzufügen.“
6,8 Milliarden Dollar RWS 2.0-Strategie
Das Resort investiert massive 6,8 Milliarden Singapur-Dollar (5,3 Milliarden US-Dollar) in die RWS 2.0-Expansion. Der Fokus liegt dabei klar auf Non-Gaming. Die Fläche des Resorts soll um die Hälfte wachsen. Bereits eröffnet wurden das aufgewertete Singapore Oceanarium, Minion Land in den Universal Studios Singapore und Weave – eine neue Lifestyle-Mall mit Retail- und Dining-Angeboten.
Auch Gaming-Kunden sollen profitieren. Lee betont, man wolle, dass sie spüren, dass es mehr zu tun gibt: „Essen, trinken, socializen und Zeit mit Familie und Freunden verbringen.“ Die ersten Zahlen deuten darauf hin, dass die Strategie funktioniert. Die Gaming-Einnahmen stiegen im dritten Quartal 2025 um 22 Prozent auf 402,96 Millionen Singapur-Dollar, Non-Gaming-Umsätze kletterten um 7 Prozent und um 33 Prozent gegenüber dem Vorquartal.
Kampf gegen Marina Bay Sands
Die Herausforderung bleibt Marina Bay Sands, der klare Marktführer in Singapur. Während Marina Bay Sands auf Luxus und High-Roller setzt und gerade eine 8-Milliarden-Dollar-Erweiterung mit einem vierten Tower plant, positioniert sich RWS als familien- und erlebnisorientierte Alternative. Beide Resorts genießen bis 2031 ein geschütztes Casino-Duopol in Singapur.
RWS baut dafür sein Management-Team aus. Chen Si, ehemaliger CEO des INSPIRE Entertainment Resort in Südkorea, kam im Dezember als Chief Operating Officer an Bord. Lee rechnet damit, dass Resultate nicht sofort sichtbar werden: „Es braucht Zeit, um wieder aufzubauen.“ Doch das dritte Quartal 2025 zeigt, dass die Richtung stimmt. Jetzt gilt es, die Behörden bei der Evaluierung 2026 zu überzeugen.






