Eine neue Studie aus Kanada sorgt für Aufsehen: In der Provinz British Columbia haben rund 34 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren im vergangenen Jahr Geld für Glücksspiel ausgegeben. Das ergab die aktuelle Jugendgesundheitsstudie der McCreary Centre Society, die in Zusammenarbeit mit über 38.000 Schülerinnen und Schülern durchgeführt wurde. Besonders problematisch: Glücksspiel ist in der Region offiziell erst ab 19 Jahren erlaubt.
Die Zahlen umfassen nicht nur klassische Glücksspielangebote wie Rubbellose oder Wetten, sondern auch digitale Spielformen mit monetären Elementen – darunter In-App-Käufe, Lootboxen oder virtuelle Münzen in Videospielen.
Digitale Spiele als Einstieg in riskantes Verhalten
Laut der Studie nutzen viele Jugendliche Glücksspielmechanismen innerhalb von Spielen, ohne sich dessen bewusst zu sein. Besonders verbreitet sind sogenannte Lootboxen – digitale Belohnungskisten, die gegen echtes Geld gekauft werden können, ohne zu wissen, was sich darin befindet. Solche Zufallsmechaniken wirken oft wie Glücksspiel, fallen aber in vielen Ländern durch regulatorische Grauzonen.
In British Columbia zeigen die Ergebnisse, dass 20 Prozent der Jugendlichen direkt angaben, klassisches Glücksspiel betrieben zu haben. Werden digitale Spielelemente mit Geldtransaktionen berücksichtigt, steigt der Anteil auf die genannten 34 Prozent.
Problematische Nutzung nimmt zu
Neben der reinen Teilnahme am Glücksspiel offenbart die Umfrage auch psychologische Auswirkungen. Rund 12 Prozent der befragten Jugendlichen gaben an, dass sie Unterstützung wegen problematischen Spielverhaltens benötigen. Besonders betroffen sind laut der Studie junge Menschen, die sich einsam fühlen, Opfer von Mobbing sind oder primär Online-Freundschaften pflegen.
Solche Risikofaktoren begünstigen laut Forschern eine höhere Anfälligkeit für suchtähnliches Verhalten. Alarmierend ist zudem, dass etwa 13 Prozent der jugendlichen Sportwetten-Nutzer angaben, täglich zu wetten – ein Indikator für potenziell gefährliche Gewohnheiten.
Mehrheit nutzt nicht regulierte Plattformen
Ein weiteres Problem ist die Umgehung von Altersbeschränkungen durch den Zugriff auf nicht lizenzierte Anbieter. Nach aktuellen Schätzungen agieren über 75 Prozent der Jugendlichen, die Glücksspiel betreiben, auf sogenannten Graumarkt-Plattformen. Diese sind für Minderjährige besonders schwer zu kontrollieren, da oft keine effektive Altersverifikation stattfindet.
Die Provinzregierung und die British Columbia Lottery Corporation (BCLC) arbeiten zwar mit Präventionsmaßnahmen wie Selbstsperren und Aufklärungskampagnen – etwa über die Plattform GameSense – doch scheint der Effekt begrenzt.
Was tun gegen den Trend?
Experten fordern nun verstärkte Aufklärungskampagnen und eine bessere Regulierung digitaler Spielinhalte, insbesondere bei Spielen mit Glücksspiel-Elementen. Eltern und Schulen sollen mehr Verantwortung übernehmen, indem sie Kinder frühzeitig für die Risiken sensibilisieren.
Auch auf technischer Ebene sind Lösungen denkbar – etwa verpflichtende Zeitlimits, verifizierte Alterskontrollen und transparente Kostenmechanismen bei In-Game-Käufen.






