Der deutsche Pokerweltmeister Koray Aldemir hat bei der WSOP Paradise auf den Bahamas sein zweites Bracelet gewonnen. Im $10.000 8-Game Mix 6-Handed setzte sich der 34-Jährige gegen 115 Spieler durch und kassierte 287.800 Dollar. Damit ist er der erste Main-Event-Champion aus Las Vegas, der seit Phil Hellmuth 2023 ein weiteres Bracelet gewinnen konnte.
Mix-Games als neue Stärke
Aldemir dominierte das anspruchsvolle Mixed-Game-Turnier, bei dem die Spieler ihr Können in acht verschiedenen Poker-Varianten unter Beweis stellen mussten. Im Heads-up besiegte er den brasilianischen GGPoker-Ambassador Felipe Ramos, der auf sein erstes Bracelet weiter warten muss. „Dieses fühlt sich etwas kleiner an“, scherzte Aldemir beim Vergleich mit seinem Main-Event-Bracelet von 2021.
Das Turnier erstreckte sich aufgrund der hohen Teilnehmerzahl über drei statt zwei Tage. Am finalen Tisch saßen mit Chris Klodnicki (dritter Platz), Philip Sternheimer (dritter Platz für 128.400 Dollar) und Josh Arieh hochkarätige Profis. Arieh, der auf sein achtes Bracelet hoffte, schied auf Rang sieben aus. Auch Poker-Legende Dan Shak (fünfter Platz) und Mike Watson mussten sich geschlagen geben.
Von Berlin nach Wien zum Weltmeister
Koray Aldemir wurde in Berlin geboren und lebt heute in Wien. Seine Poker-Karriere begann 2006 an Silvester bei einem Freund. Nach ersten Freerolls auf PokerStars folgte 2012 sein erster Live-Cash bei einem 200-Euro-Turnier in Berlin. Der Durchbruch gelang 2016 mit Platz drei beim $111.111 One Drop High Roller für 2,1 Millionen Dollar.
Der große Triumph kam im November 2021, als Aldemir das WSOP Main Event in Las Vegas gewann. Nach neun Spieltagen setzte er sich gegen 6.650 Spieler durch und sicherte sich 8 Millionen Dollar sowie das prestigeträchtigste Bracelet der Pokerwelt. Damit ist er nach Pius Heinz (2011) und Hossein Ensan (2019) der dritte deutsche Main-Event-Champion.
Dominanz am Final Table
Schon beim Main Event 2021 zeigte Aldemir seine Klasse. Er führte nach Day 5 mit 96 verbleibenden Spielern, startete als Chipleader in den Final Table und gab die Führung praktisch nie ab. Im entscheidenden Heads-up gegen den US-Amerikaner George Holmes behielt er trotz zwischenzeitlichen Rückstands die Nerven. Die letzte Hand war ein Lehrstück: Aldemir callte Holmes‘ All-in am River mit zwei Paaren (10-7) gegen dessen Top-Pair (K-Q) und wurde Weltmeister.
Mit über 22,9 Millionen Dollar Live-Earnings steht Aldemir auf Platz 52 der weltweiten Geldrangliste. Sein zweites Bracelet beweist, dass der Berliner nicht nur im No-Limit Hold’em, sondern auch in Mixed Games zur Elite gehört.






