Negreanu Lin nach dem Ausscheiden aus der WSOP

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Tony „Ren“ Lin wurde während des WSOP Super Circuit Main Events auf Zypern aus dem Turnier eliminiert. Der Grund: Während eines Online-Finaltisches hatte der GGPoker-Botschafter Live-Coaching betrieben – das verstößt eindeutig gegen die Regeln. Aber nicht jeder sieht den Fall so schwarz-weiß.

Live-Tipps beim Finale um 10.300 Dollar

Ans Licht kam der Skandal durch den Spieler „Buzzcut“. Er veröffentlichte Screenshots, auf denen sich „RealOA“ bei Lin für seine Unterstützung bei den  10.300GGMillion High Rollers am 14. Oktober bedankte. RealOA sicherte sich mit einem Preisgeld von 346.903 Dollar den Turniersieg.

Das Vergehen von Lin war unbestreitbar: Er hatte während des Turniers über eine Videoverbindung den Screen von RealOA geteilt und aktiv Ratschläge zu einzelnen Händen gegeben.

Crossover-Sanktionen wirken

Die Antwort kam prompt. Am zweiten Tag des $5.300 Main Events in Zypern wurde Lin vom WSOP-Turnierleiter Andy Tillman disqualifiziert, obwohl das Vergehen bei einem anderen Event stattfand. Mit der Übernahme der WSOP-Marke durch GGPoker gelten Online-Verstöße nun auch für Live-Events.

Lin antwortete auf X mit einer ausführlichen Entschuldigung. „Ich schäme mich zutiefst als öffentliche Person“. Ein gutes Statement, dass zeigt, dass er sich reflektiert hat. Andererseits wurden auch Stimmen laut, die sagten, dass diese Entschuldigung nur aufgrund des Drucks der Community zustande kam. Seiner Aussage nach habe er nur instinktiv Ratschläge an einen Freund gegeben, ohne über die Folgen nachzudenken. Einen finanziellen Vorteil habe er nicht erzielt und wollte das auch nie. Lin und RealOA haben das Preisgeld zurückgegeben.

Negreanu springt bei

Daniel Negreanu fand seine Entschuldigung glaubwürdig und angemessen. Er habe nur einem Freund geholfen – ein klarer Regelbruch, aber eine Entschuldigung übernehme angemessen Verantwortung.

Kritischere Worte kamen von Sam Greenwood. Lin habe nicht zu entscheiden, was mit dem Preisgeld passieren solle.

GGPoker hat im März bereits 31 Accounts wegen Real-Time Assistance (RTA) gesperrt. Mit über 16 Millionen Dollar an Live-Gewinnen könnte der Vorfall für Lin seine Rolle als Ambassador gefährden. Es ist unklar, ob er weiterhin für die Plattform arbeiten darf.

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