Niederlande ahnden Glücksspielwerbung durch Influencer

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Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) hat kürzlich Maßnahmen gegen drei bekannte Influencer ergriffen(Link auf Niederländisch). Sie hatten in ihren Online-Auftritten wiederholt für nicht lizenzierte Glücksspielanbieter geworben. Die Behörde sieht darin einen klaren Verstoß gegen geltendes Recht – und will ein deutliches Zeichen setzen.

Die betroffenen Persönlichkeiten, darunter die Streamer Stiefunspeelt, Turcos und Buurtwachtt, sollen auf Plattformen wie Twitch und Instagram gezielt Werbung für illegale Online Casinos gemacht haben. Die KSA warnt in diesem Zusammenhang eindringlich vor der Verharmlosung solcher Inhalte, insbesondere wenn ein junges Publikum angesprochen wird.

Zwangsgelder bei weiterer Zuwiderhandlung angekündigt

In einem offiziellen Bescheid gab die KSA den betroffenen Influencern eine Frist von 48 Stunden, um die entsprechenden Inhalte zu entfernen. Sollten sie dem nicht nachkommen oder erneut gegen die Regeln verstoßen, drohen empfindliche Zwangsgelder in Höhe von jeweils 25.000 Euro pro Verstoß – bis zu einer Gesamthöhe von 75.000 Euro.

Besonders brisant: Die KSA will bei mangelnder Kooperation nicht nur gegen die Urheber vorgehen, sondern auch die Plattformbetreiber selbst in die Pflicht nehmen. So sollen künftig auch Twitch, Instagram oder YouTube stärker in die Verantwortung genommen werden, wenn sie illegale Glücksspielwerbung nicht entfernen oder dulden.

Schutz junger Zielgruppen im Fokus

Die niederländische Regulierungsbehörde begründet ihr konsequentes Vorgehen vor allem mit dem Schutz jüngerer Nutzer. Influencer hätten eine enorme Reichweite und oft direkten Zugang zu Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Werbung für nicht lizenzierte Anbieter sei daher nicht nur rechtlich bedenklich, sondern auch gesellschaftlich gefährlich.

Tatsächlich verzeichnet die KSA seit einiger Zeit einen Anstieg solcher Fälle. Besonders seit Inkrafttreten des regulierten Online-Glücksspielmarktes in den Niederlanden 2021 nimmt die Behörde auch Social-Media-Kanäle verstärkt in den Blick. Während lizenzierte Anbieter sich an strikte Werberegeln halten müssen, umgehen viele illegale Seiten diese Vorgaben gezielt – oft mit Hilfe prominenter Gesichter im Netz.

Wiederholung ähnlicher Maßnahmen der KSA

Die jetzigen Sanktionen sind kein Einzelfall. Bereits im Frühjahr hatte die KSA ähnliche Maßnahmen gegen den bekannten YouTuber LeftlanePapi verhängt. Auch damals ging es um Streams, in denen illegale Anbieter beworben wurden – inklusive direkter Links und auffordernder Sprache. Die Behörde verfolgte dabei ein ähnliches Schema: erst Abmahnung, dann Androhung von Zwangsgeldern.

Mit diesem Vorgehen will sich die KSA nicht nur als Regulierer etablieren, sondern auch für internationale Vorbilder sorgen. Denn der Kampf gegen illegales Online Glücksspiel wird zunehmend auf europäischer Ebene geführt – mit vergleichbaren Entwicklungen auch in Deutschland, Dänemark oder Frankreich.

Auch Deutschland zieht gegen Influencer die Zügel an

Auch hierzulande stehen Glücksspielinhalte in sozialen Medien unter besonderer Beobachtung. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat wiederholt betont, dass Werbung für Anbieter ohne deutsche Lizenz rechtswidrig ist – auch wenn diese Werbung aus dem Ausland gesteuert wird. Gerichte haben bereits entschieden, dass auch ausländische Streamer belangt werden können, wenn sie sich an ein deutsches Publikum richten.

Diese Entwicklung zeigt: Der rechtliche Spielraum für Glücksspielwerbung im Netz wird zunehmend enger. Für Influencer bedeutet das, dass Kooperationen mit nicht lizenzierten Anbietern ein erhebliches Risiko darstellen – nicht nur finanziell, sondern auch reputationsbezogen.

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