Poker-Dynastie Mizrachi: Sohn von Weltmeister geht eigene Wege

Image Credit: Michael Mizrachi via X

Paul Mizrachi hat Poker quasi mit der Muttermilch aufgesogen. Als Sohn von Michael „The Grinder“ Mizrachi, dem frischgebackenen WSOP Main Event Champion 2025, und Neffe von drei weiteren Bracelet-Gewinnern wuchs der 21-Jährige in einer Familie auf, in der alles eine Wette ist. „Alles, was wir tun, ist eine Wette“, erklärt Paul im Interview bei der WSOP Paradise auf den Bahamas. „Jeder einzelne Tag ist eine Wette.“

Beim 25.000-Dollar-Super-Main-Event trat er gemeinsam mit seinem Vater und seinen drei Onkeln Robert, Daniel und Eric an. Die Mizrachi-Brüder haben zusammen 13 WSOP-Bracelets gewonnen – eine beeindruckende Familienbilanz, die für Paul gleichzeitig Inspiration und Bürde ist.

Poker-Erziehung durch Osmose

Direkt beigebracht hat ihm sein Vater das Spiel nicht. „Er ist größtenteils Autodidakt“, sagt Michael. „Ich habe ihm wirklich nicht viel beigebracht.“ Paul selbst beschreibt es so: „Es ist wie durch ein Minenfeld zu gehen, das mit einer Million Minen beladen ist und auf die andere Seite zu kommen. Es ist unmöglich. Du wirst so oder so ins Poker geraten in unserer Familie.“

Den eigentlichen Respekt vor den Leistungen seines Vaters entwickelte Paul erst, als er mit 13 selbst zu spielen begann. Vorher wusste er zwar, dass sein Dad „etwas Besonderes“ war – im Einkaufszentrum wollten ständig Menschen Fotos mit ihm. „Aber es klickte nicht wirklich, all seine Errungenschaften, bis ich selbst Poker spielte.“

Vom Vegas-VR-High-Roller zum echten Grinder

Eine kuriose Anekdote: Paul hat möglicherweise mehr Poker-Stunden mit Chris Moneymaker verbracht als mit seinem eigenen Vater. Als Teenager war er „einer der größten High-Roller“ auf Vegas Infinite (früher PokerStars VR) und spielte dort „zig Stunden“ mit dem Main-Event-Champion von 2003. „Ich kenne Chris seit etwa sieben Jahren, aber diese Reise zur WSOP Paradise war das erste Mal, dass ich ihn persönlich getroffen habe.“

Mit 18 kaufte ihn sein Vater in Florida in sein erstes Live-Turnier ein – Paul erreichte auf Anhieb den Final Table. Mittlerweile spielt der 21-Jährige regelmäßig in Las Vegas Cash Games und Turniere, darunter ein 10.000-Dollar-Event als Vorbereitung auf Paradise. Beim Super Main Event schied er zwar am ersten Tag aus, kassierte aber immerhin seinen ersten WSOP-Cash mit Platz 21 im 800-Dollar-NLH-Daily-Deepstack.

„Du wirst niemals besser sein als er“

Trotz des Erfolgs bei der WSOP Paradise plant Paul keine Profi-Karriere. Seine Begründung ist ehrlich: „Es ist wie LeBron James‘ Sohn zu sein. Du wirst niemals besser sein als er, also ist es irgendwie schwierig.“ Die Erwartungen, die mit dem Namen Mizrachi verbunden sind, wiegen schwer.

Sein emotionalster Moment als Pokerfan? Definitiv die Final Table-Hand beim diesjährigen Main Event, als sein Vater mit Ass-König gegen Könige gewann und danach den Titel holte. „Das war wahrscheinlich das Aufregendste, was ich je erlebt habe. Das Lauteste, was ich je geschrien habe, das Höchste, was ich je gesprungen bin. Alles in einer Sekunde. Es war genial.“

Michael selbst zeigt sich gelassen, was die Poker-Zukunft seines Sohnes angeht: „Er wird da hinkommen. Ich mache mir keine Sorgen.“ Bei Day 2b des Super Main Events gab es einen besonderen Moment, als Michael und Robert am selben Tisch saßen – ein seltenes Familien-Wiedersehen auf höchstem Niveau. Auch wenn keiner der Mizrachis beim Super Main Event cashte, ist klar: Die nächste Generation steht bereit, das Erbe weiterzuführen – auf ihre eigene Art.

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