Einer der bekanntesten High Roller der Pokerwelt, Ren Lin, musste sich mit einem Ausschluss vom WSOP Super Circuit Cyprus Main Event abfinden. Am 18. Oktober wurde ihm vom Turnierdirektor persönlich mitgeteilt, dass es für ihn keinen Tag 2 geben wird. Der Fall machte schnell die Runde – schließlich kann Ren Lin über 16 Millionen Dollar Live-Earnings vorweisen. Wie kam es also zum Ausschluss?
Was ist geschehen?
Die Causa führt wenige Tage zuvor zu einem Online-Turnier. Am 14. Oktober, während des 10.300 GGMillion-Events, gab Lin einem Freund namens „RealOA“ per Bildschirmfreigabe Echtzeit-Ratschläge am Finaltisch. Der Chinese sicherte sich mit einem Preisgeld von knapp 347.000 Dollar den Turniersieg. Der Drittplatzierte „Buzzcut“ wurde misstrauisch, als RealOA sich in einem gemeinsamen Gruppenchat bei Lin für das Coaching bedankte. Screenshots als Beweis: Lin hatte seinem Freund im Spiel aktiv unter die Arme gegriffen.
Poker-Integrität in einer neuen Ära
Dieser Fall verdeutlicht, wie ernst GGPoker seine Integrity Policy mittlerweile nimmt. Seit GGPoker die WSOP 2024 für etwa 500 Millionen Dollar übernommen hat, gelten Online-Verstöße auch für Live-Events. Die Regel ist eindeutig: Alles, was du am Pokertisch entscheidest, musst du ohne Hilfe von außen gemacht haben. Die Poker Tournament Directors Association arbeitet seit Jahren daran, weltweit einheitliche Standards für die Integrität von Turnieren zu schaffen – und dieser Kampf umfasst jetzt auch die digitale Welt.
Die Community ist gespalten durch Lins Reaktion
Einen Tag nach ihrer Disqualifikation stellte Lin eine öffentliche Entschuldigung klar. Er gestand, seinem Freund ohne Weiteres helfen zu wollen, ohne die Folgen zu bedenken. Lin beteuerte, keinen finanziellen Vorteil daraus gezogen zu haben, und schwor, es nie wieder zu tun. Sein Kollege von GGPoker, Daniel Negreanu, nahm ihn in Schutz: „Er hat einen Fehler gemacht, als er einem Freund helfen wollte. „Diese Entschuldigung spricht den Fehler richtig an.“
Weitere Fachleute sehen das Ganze härter. Es geht weniger um die Bestrafung an sich, sondern um die Frage, ob es fair ist, jemanden während eines anderen Live-Events zu disqualifizieren. Die klare Haltung, dass man online betrügen kann, aber nicht live spielen sollte, wird von den meisten in der Poker-Community akzeptiert.






