Trotz der Poker-Skandale steigen die NBA-Quoten

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Obwohl die NBA gerade einen der größten Glücksspiel-Skandale ihrer Geschichte durchlebt, steigen die Zuschauerzahlen trotzdem. Obwohl mehrere aktuelle und ehemalige Stars unter den Ermittlungen des FBI stehen, verzeichnet die Liga paradoxerweise Rekord-Einschaltquoten. Ein Phänomen, das beweist: Negative Schlagzeilen schaden dem Sport weniger als man denkt.

Die FBI jagt Poker-Betrüger mit NBA-Beziehungen

Bundesermittler griffen Ende Oktober zu. Mehr als 30 Personen wurden festgenommen, darunter Trail-Blazers-Coach Chauncey Billups und Heat-Guard Terry Rozier. Die Anklage: Beteiligung an manipulierten High-Stakes-Pokerspielen, die von vier Mafia-Familien aus New York organisiert werden. Die Vorgehensweisen waren erschreckend professionell – durch manipulierte Kartenmischer, Röntgentische und spezielle Kontaktlinsen zur Kartenerkennung erlitten die Opfer Verluste von mindestens 7 Millionen Dollar.

Billups fungierte laut Anklage als „Face Card“ – er war ein prominenter Spieler, der reiche Opfer an die Tische lockte. In Las Vegas 2019 wird ihm nachgesagt, dass er durch manipulierte Partien mindestens 50.000 Dollar erbeutet hat. Gleichzeitig ermittelt das FBI gegen Gilbert Arenas, der bereits im Juli wegen illegaler Pokerrunden in seiner Villa in LA festgenommen wurde. Die US-Bundesbehörden nehmen solche Fälle immer ernst, besonders wenn es um organisierte Kriminalität geht.

Fans bleiben der Liga loyal

Obwohl die Verhaftungen direkt zum Saisonstart ein echtes Timing-Desaster waren, erreichen die TV-Quoten alle Rekorde. In der ersten Spielwoche schalteten durchschnittlich 2,8 Millionen Zuschauer ein, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 60 Prozent bedeutet. Seit 2017 ist das die beste Opening Week. Der neue Medienvertrag über 77 Milliarden Dollar mit NBC, ESPN und Amazon Prime zeigt bereits seine Vorteile. Das Eröffnungsspiel von NBC allein verzeichnete 5,6 Millionen Zuschauer – der höchste Wert seit 2010.

Die Poker-Industrie ist mit dem Muster vertraut

Die Poker-Szene kennt zahlreiche Skandale. Ob es von Mike Postles mutmaßlichem Betrug im Jahr 2019 oder dem „Jack-Four“-Drama auf Hustler Casino Live – negative Publicity scheint der Branche kaum zu schaden. Jedes Jahr stellt die World Series of Poker neue Rekorde in Bezug auf die Teilnehmerzahlen auf. Es scheint zu gelten: Solange das Produkt überzeugt, können Fans auch moralische Tiefschläge ihrer Idole verkraften. Die NBA zeigt gerade, dass dieses Prinzip auch im Profisport funktioniert.

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