Türkei: 17 Schiedsrichter wegen Wettskandal verhaftet

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Der türkische Fußball erlebt seinen bisher größten Korruptionsskandal. Am 7. November ordnete die Istanbuler Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen 21 Personen an – darunter 17 Schiedsrichter und Murat Özkaya, Präsident des Erstligisten Eyüpspor. 18 Verdächtige wurden bereits festgenommen, drei sind noch flüchtig. Der Vorwurf: Spielmanipulation und Amtsmissbrauch.

149 Schiedsrichter bereits gesperrt

Bereits eine Woche zuvor hatte der türkische Fußballverband (TFF) 149 Schiedsrichter für acht bis zwölf Monate suspendiert. Der Grund: illegale Wettaktivitäten. Eine interne Untersuchung von 571 Referees förderte Erschreckendes zutage: 152 Schiedsrichter sollen aktiv gewettet haben, darunter 22 aus der Süper Lig.

Die Dimensionen sind krass. Ein Schiedsrichter platzierte nachweislich 18.227 Wetten, zehn weitere jeweils über 10.000 Mal. Laut TFF-Präsident Ibrahim Haciosmanoglu wurde zwar größtenteils auf ausländische Ligen gesetzt. Doch der Verband schweigt sich darüber aus, ob Schiedsrichter auch auf eigene Spiele wetteten – die entscheidende Frage für den Vorwurf der Spielmanipulation.

Von der Sperre zur Verhaftung

Was als Verbandssanktion begann, entwickelte sich zum Kriminalfall. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen gezielter Beeinflussung von Spielergebnissen. Medienberichte sprechen von fast 4.000 Spielern, gegen die ebenfalls ermittelt wird. Der Fall betrifft offenbar nicht nur einzelne schwarze Schafe, sondern könnte systemischen Charakter haben.

Die beschuldigten Schiedsrichter wehren sich. In einer gemeinsamen Erklärung bezeichneten sie die Vorwürfe als „empörend“ und beteuerten, niemals auf selbst geleitete Spiele gewettet zu haben. Einige gaben an, ihre Wettaktivitäten hätten sich auf ihre Zeit als Amateur-Referees beschränkt. Die Justiz lässt sich davon nicht beeindrucken.

Harte Strafen im Raum

Die rechtlichen Konsequenzen sind drastisch. Nach türkischem Recht drohen bei Spielmanipulation ein bis drei Jahre Haft – in Verbindung mit Wettgeschäften bis zu viereinhalb Jahre. Sportrechtlich sind lebenslange Sperren möglich. Für die Karrieren der Beschuldigten wäre das das Ende.

Auch international hat der Skandal Gewicht. Die Macolin-Konvention des Europarats verpflichtet Länder zur Bekämpfung von Spielmanipulationen – Deutschland etwa verhängt bis zu fünf Jahre Haft in schweren Fällen.

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