Las Vegas steht erneut im Fokus juristischer Auseinandersetzungen: Im renommierten Aria Resort & Casino wird dem Personal grobe Fahrlässigkeit im Zusammenhang mit dem Tod des TV-Produzenten Michael Edward Heslin vorgeworfen. Der 30-Jährige erlitt am 25. Juni 2024 während eines Abendessens im Restaurant „Javier’s“ einen Herzinfarkt und verstarb wenige Tage später im Krankenhaus. Sein Ehemann und kreativer Partner Nicolas Wilson hat nun Klage gegen das Casino und das Restaurant eingereicht.
Die Klageschrift, die Mitte September beim Clark County District Court eingereicht wurde, wirft dem Aria-Team unterlassene Hilfeleistung vor. Weder habe ein Mitarbeiter mit Reanimationsmaßnahmen begonnen noch sei ein Defibrillator (AED) zum Einsatz gekommen – obwohl dies laut Wilsons Anwalt verfügbar gewesen wäre. Eine anwesende Frau, die mit der Herz-Druck-Massage begann, sei von einem Mitarbeiter sogar gestoppt worden.
Schwere Vorwürfe gegen das Restaurantpersonal
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass Freunde des Verstorbenen aus dem Lokal verwiesen worden sein sollen. Darüber hinaus hätten Angestellte angeblich gefordert, dass Aufnahmen vom Vorfall auf den Smartphones der Anwesenden gelöscht werden. Diese mutmaßliche Vertuschung wird nun ebenfalls Teil der Klage.
Gefordert wird neben Schmerzensgeld auch eine Entschädigung für Bestattungs- und Rechtskosten. Auch Strafschadensersatz steht im Raum. Die beklagte Seite – MGM Resorts als Betreiber des Aria – hat sich bisher nicht öffentlich geäußert.
Der Fall erinnert daran, dass selbst in hochklassigen Häusern mit gut ausgebildetem Personal der Notfallplan nicht immer greift. Gerade im Casino- und Gastrobetrieb, wo täglich Tausende Gäste verkehren, sind gut geschulte Ersthelfer und eine funktionierende Notfallkette essenziell.
Emmitt Smiths Steakhouse muss schließen
Unabhängig vom Todesfall sorgte ein weiterer Vorfall auf dem Las Vegas Strip für Aufsehen: Das von NFL-Legende Emmitt Smith unterstützte Steakhouse „Emmitt’s Vegas“ wurde kürzlich zwangsweise geschlossen. Der Betreiber hatte offenbar Mietrückstände von mehr als 400.000 US-Dollar angehäuft, woraufhin der Vermieter die Schlösser austauschen ließ.
Das Restaurant, das in der Fashion Show Mall angesiedelt war, öffnete erst Anfang 2024 seine Türen – mit viel medialer Aufmerksamkeit und einem Investitionsvolumen von rund 18 Millionen US-Dollar. Bereits vor der Eröffnung kam es jedoch zu einem Rechtsstreit mit dem ursprünglich vorgesehenen Küchenchef Rainer Schwarz, der eine Beteiligung am Konzept einforderte.
Die rasche Schließung wirft Fragen zur Rentabilität prominenter Gastronomieprojekte auf dem Strip auf. Ein bekannter Name allein scheint nicht mehr auszureichen, um im hart umkämpften Las-Vegas-Geschäft zu bestehen.
Neue Pläne für brachliegende „Pillars of Sadness“
Auch städtebaulich tut sich etwas in der Casino-Metropole. Die beiden 137 Meter hohen Betonpfeiler des nie realisierten SkyVue-Riesenrads sollen künftig Teil eines neuen Projekts werden. Geplant ist ein Fast-Food-Distrikt mit insgesamt 13 Markenrestaurants – darunter Dunkin’, Buffalo Wild Wings und Sbarro. Eine Aussichtsplattform auf den Säulen ist ebenfalls vorgesehen.
Ob sich die „Pillars of Sadness“ vom Denkmal gescheiterter Ambitionen in eine neue Attraktion verwandeln lassen, bleibt abzuwarten. Noch steht die Genehmigung aus – doch die Idee, gescheiterte Casino-Projekte baulich neu zu denken, könnte Signalwirkung für die ganze Branche haben.






