Der demokratische Abgeordnete Ritchie Torres aus New York plant einen Gesetzentwurf, der Regierungsbeamten den Handel auf Prediction Markets verbieten soll. Auslöser: Ein mysteriöser Trader verdiente über 400.000 Dollar innerhalb von 24 Stunden mit einer Wette auf die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro – unmittelbar bevor die US-Streitkräfte zuschlugen.
Der „Public Integrity in Financial Prediction Markets Act of 2026“ soll Bundesbeamte, politische Ernennungen und Mitarbeiter der Exekutive vom Handel mit Prediction-Market-Kontrakten ausschließen, wenn sie Zugang zu nicht-öffentlichen Informationen haben. Das betrifft Wetten auf Regierungspolitik, Regierungshandeln oder politische Ereignisse.
Der Maduro-Trade: Zu gut, um wahr zu sein
Ende Dezember eröffnete jemand einen Polymarket-Account und setzte 30.000 Dollar darauf, dass Maduro bis Ende Januar aus dem Amt gedrängt wird. Wenige Stunden später nahmen US-Streitkräfte Maduro fest. Der Trader kassierte über 400.000 Dollar – eine Rendite von über 1.200 Prozent.
Der Account hatte minimale Aktivität und alle bekannten Trades bezogen sich auf US-Interventionen in Venezuela. Die Vermutung liegt nahe: Hier hatte jemand Insider-Informationen. Torres‘ Gesetzentwurf ist die direkte Antwort auf diesen Fall.
Nicht der einzige verdächtige Fall
Kurz nach dem Maduro-Trade folgte der nächste Skandal: Minnesota Governor Tim Walz kündigte an, nicht erneut zu kandidieren. Ein Transkript seiner Rede tauchte auf X auf, bevor er sie hielt. Trader wetteten sofort auf spezifische Wörter aus dem Skript und kassierten binnen Minuten Tausende.
Kalshi unterstützt, Polymarket schweigt
Kalshi-CEO Tarek Mansour begrüßte den Gesetzentwurf. „Wir setzen das bereits um“, schrieb er auf LinkedIn. Kalshi hat eigene Regeln gegen Insider Trading. Polymarket dagegen hat kein klares Verbot in seinen Regeln. Im Dezember verzeichnete Kalshi 6,26 Milliarden Dollar Handelsvolumen, Polymarket 2,28 Milliarden.
Gesetz nach STOCK Act-Vorbild
Torres‘ Entwurf orientiert sich am STOCK Act, der Kongressmitgliedern Insider Trading bei traditionellen Wertpapieren verbietet. Die gleiche Logik soll nun für Prediction Markets gelten: Wer durch sein Amt Zugang zu nicht-öffentlichen Infos hat, darf damit nicht auf Event-Contracts spekulieren.
Das Gesetz wäre kein generelles Verbot – Beamte dürften weiterhin auf Sport, Entertainment oder andere nicht-politische Events wetten. Nur bei Regierungsthemen greift das Verbot.
Chancen auf Verabschiedung unklar
Ob der Gesetzentwurf tatsächlich Gesetz wird, ist fraglich. Der Kongress tut sich seit Jahren schwer, neue Tech-Sektoren wie Krypto oder KI zu regulieren. Prediction Markets dürften keine Ausnahme sein. Unklar ist auch, ob Speaker Mike Johnson das Gesetz zur Abstimmung bringt – oder ob Präsident Trump es unterschreiben würde.






