Die FIFA hat einen Vierjahresvertrag mit Stats Perform abgeschlossen, der lizenzierten Wettanbietern erstmals erlaubt, WM-Spiele zu streamen. Der Deal umfasst alle 104 Spiele der Männer-WM 2026 in Nordamerika und die Frauen-WM 2027 in Brasilien – ein Milliardengeschäft für beide Seiten.
Exklusivrechte für Wettdaten und Streams
Stats Perform aus Chicago wird offizieller weltweiter Partner für Wettdaten und Streaming-Rechte bei FIFA-Turnieren. Das Unternehmen liefert künftig ultraschnelle Live-Daten an lizenzierte Buchmacher für In-Play-Wetten. Zusätzlich dürfen diese über den Dienst Bet LiveStreams die Spiele in ausgewählten Märkten live übertragen.
Der Deal geht weit über die beiden Weltmeisterschaften hinaus. Eingeschlossen sind auch die Futsal-WM 2028, diverse U-20-Turniere und tausende Spiele von Mitgliedsverbänden über die Plattform FIFA+. Die Vertragssumme wurde nicht genannt, Branchenkenner rechnen jedoch mit dreistelligen Millionenbeträgen.
Kontroverse um Suchtgefahr
Die Zusammenarbeit sorgt für Diskussionen. Tobias Hayer, Glücksspielexperte, warnte bereits, dass es kein Suchtmittel gebe, für das so intensiv geworben werde wie für Sportwetten. Laut Bundesgesundheitsministerium sind Live-Sportwetten besonders problematisch – 4,55 Millionen Deutsche gelten als süchtig oder gefährdet.
Die dänische Initiative Play the Game kritisiert zudem, dass nicht-lizenzierte Anbieter FIFA+ bereits nutzen, um auf unterklassige Ligen zu wetten. Ob die FIFA mit dem neuen Deal die Kontrolle zurückgewinnt oder das Problem verschärft, bleibt abzuwarten.
FIFA folgt der Konkurrenz
Während die UEFA, DFL und der DFB längst mit Wettanbietern kooperieren, hielt sich die FIFA bislang zurück. Bei der WM 2022 in Katar gab es nur einen regionalen europäischen Glücksspiel-Sponsor. Mit dem neuen Vertrag erschließt sich der Weltverband nun eine lukrative Einnahmequelle – und reiht sich ein in die enge Verflechtung von Fußball und Wettindustrie.






