Unibet-Betreiber muss 10 Mio. Pfund zahlen UKGC penalty

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Die britische Glücksspielaufsicht schlägt wieder zu: Platinum Gaming Limited, die Betreiber von Unibet.co.uk und UK.Bingo.com, müssen 10 Millionen Pfund an die UK Gambling Commission (UKGC) zahlen. Der Grund: erhebliche Verstöße gegen die Geldwäsche-Vorschriften und den Spielerschutz. Das Bittere daran ist, dass es schon die dritte Millionenstrafe für das Unternehmen innerhalb von sechs Jahren ist.

Systemausfall mit katastrophalen Folgen

Die Kontrollsysteme von Platinum Gaming haben völlig versagt. Innerhalb von 24 Stunden nach seiner Registrierung verlor ein Spieler 5.000 Pfund – und das System schlug keinen Alarm. In weniger als drei Monaten verlor derselbe Kunde über 16.000 Pfund. In einem anderen Fall verlor jemand in neun Monaten 31.000 Pfund und überschritt sechsmal sein monatliches Verlustlimit. Es gab keine Antwort von Unibet.

Besonders absurd: Ein Spieler überschritt sein selbst gesetztes Limit von 2.500 Pfund bereits 16 Minuten nach der Anmeldung. Wieder nichts. Ein anderer Kunde setzte in 23 Tagen 73.000 Pfund und verlor dabei 4.100 Pfund, während Platinum Gaming nicht intervenierte.

Geldwäsche-Lücken so groß wie Scheunentore

Auch die Maßnahmen zur Bekämpfung der Geldwäsche sind nicht besser. Kunden, deren Konten vor 2023 wegen Verdachts auf Geldwäsche oder Terrorismus-Finanzierung geschlossen wurden, konnten problemlos neue Accounts erstellen und weiterspielen. Die Risikoanalyse des Unternehmens schloss solche Altfälle einfach aus.

Die UKGC stellte zudem fest, dass während der Kundenprüfungen wichtige Risikofaktoren nicht berücksichtigt wurden: Hochrisikoberufe, auffällige Transaktionsmuster bei Ein- und Auszahlungen sowie hohe Verluste – all dies blieb unbemerkt.

Systematische Wiederholungstäter

John Pierce, der Enforcement-Direktor der UKGC, ist „besonders enttäuscht“. Das ist gerechtfertigt, denn Platinum Gaming ist ein bekannter Wiederholungstäter. Im Jahr 2019 wurde bereits eine Strafe von 1,6 Millionen Pfund verhängt, 2023 folgte eine weitere in Höhe von 2,9 Millionen Pfund – ebenfalls wegen Versäumnissen im Bereich Spielerschutz und Geldwäsche.

Die UK Gambling Commission lässt jetzt eine unabhängige Prüfung durch Dritte durchführen. Es ist erforderlich, dass Platinum Gaming regelmäßig über die Fortschritte berichtet. Siehe dazu auch: „Das Führungspersonal muss Verantwortung übernehmen und sicherstellen, dass die Lehren im gesamten Unternehmen verankert werden – weitere regulatorische Maßnahmen bleiben möglich.“

Ungünstiger Zeitpunkt für FDJ United

Die Strafe trifft den neuen Eigentümer FDJ United zur Unzeit. Das französische Unternehmen, das nach der Übernahme von Kindred die Marken Unibet und 32Red betreibt, verfolgt das Ziel, null Prozent Umsatz aus schädlichem Glücksspiel zu erzielen. Eine Strafe von 10 Millionen ist keine gute Visitenkarte.

Gerade weil FDJ United ohnehin kämpft: Im dritten Quartal stagniert das Umsatzwachstum; Steuererhöhungen in Frankreich und anderen Märkten belasten die Bilanz. Außerdem wird die britische Regulierung im Jahr 2025 verschärft – es gibt dann neue Einsatzlimits für junge Erwachsene und ab Oktober eine verpflichtende Glücksspielabgabe.

Editor

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