FBI wertet Handys aus: NBA-Wettskandal wird immer größer

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Über 30 Festnahmen, zwei NBA-Stars im Visier, Mafia-Verbindungen – und mittendrin: Smartphones, die jetzt den Betrug beweisen sollen. Die „Operation Royal Flush“ des FBI bringt ans Licht, was viele schon lange ahnten: In der NBA wird systematisch manipuliert.

Wie Rozier seine Freunde reich machte

Terry Rozier, damals bei den Charlotte Hornets, am 23. März 2023 einen cleveren Plan. Er rief seinen Freund Deniro Laster an und sagte ihm, dass er sich im ersten Viertel vom Platz nehmen würde – angeblich verletzt. Laster verbreitete die Nachricht, und einige setzten auf Roziers „Under“-Werte. Nur zehn Minuten später verließ Rozier tatsächlich das Feld. Die Wetten gingen durch. Ein Buchmacher berichtete später, dass an diesem Abend ungewöhnlich viele Wetten auf Roziers Statistiken platziert wurden – teilweise versuchten Leute, bis zu 20.000 Dollar auf einmal zu setzen, obwohl das Limit bei 1.000 bis 2.000 lag.

Die Anbieter beendeten daraufhin die Wetten. Doch das FBI hatte bereits von der Sache erfahren.

Handys als Beweismittel

Jetzt untersuchen die Ermittler beschlagnahmte Smartphones – Nachrichten, Anrufe und Bewegungsdaten. Bereits beim italienischen Wettskandal 2023 um Sandro Tonali hatte die Polizei die Handys der Spieler beschlagnahmt und analysiert. Dank der Technik ist es für die Behörden heute viel einfacher, solche Netzwerke zu entlarven.

Poker Spiele mit Mafia-Backing

Parallel lief ein zweiter Fall: manipulierte Poker-Games mit Hightech-Equipment. Chip-Trays mit versteckten Kameras, Kontaktlinsen zum Lesen markierter Karten, Röntgen-Tische – die Angeklagten hatten ein Arsenal an Betrugs-Tools. Coach Chauncey Billups und Ex-Spieler Damon Jones sollen als Lockvögel gedient haben. Prominente Namen ziehen Opfer an, die dann systematisch ausgenommen wurden.

Vier New Yorker Mafia-Familien kassierten mit. FBI-Direktor Kash Patel sprach von „zig Millionen Dollar“, die gestohlen wurden. Die Ermittlungen dauerten vier Jahre.

Porter-Sperre war erst der Anfang

Jontay Porter von den Toronto Raptors war 2024 der erste Fall, der hochkochte. Er gab vertrauliche Infos weiter, spielte absichtlich schlecht und wettete selbst auf NBA-Spiele – lebenslange Sperre. In einem Spiel verließ er nach drei Minuten das Feld, angeblich krank. Jemand hatte 80.000 Dollar auf sein „Under“ gesetzt und 1,1 Millionen gewonnen. Die Wette wurde eingefroren.

NBA-Boss Adam Silver wirkt getroffen. Die Liga kooperiert zwar mit dem FBI, aber die Partnerschaften mit Wettanbietern werden jetzt kritisch hinterfragt. Je mehr Geld im Spiel ist, desto größer die Versuchung – und genau da liegt das Problem.

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